Die Insolvenzwelle trifft die Solarbranche mit voller Härte: Die Sun-Contracting-Gruppe, einer der bekanntesten Player im europäischen Photovoltaik-Geschäft, hat in Linz für fünf österreichische Firmen Konkurs angemeldet.
Damit sind nicht nur Projekte, sondern auch Millionen-Investitionen und Dutzende Jobs betroffen. Die Ursachen lesen sich wie ein Krisen-Katalog:
Strompreise im Keller: Seit Ende 2023 gab es an manchen Tagen negative Strompreise. Das heißt: Anlagen mussten abgeschaltet werden, weil Einspeisung Geld gekostet hätte statt Ertrag zu bringen.
Teure Baustellen: Hohe Zinsen und massive Preissteigerungen bei Material und Bauleistungen haben neue Projekte extrem verteuert – vor allem bei Anlagen, die sich erst über viele Jahre rechnen sollen.
Abhängigkeit vom Mutterkonzern: Die Finanzierung lief vielfach über interne Darlehen, deren Fortführung nach dem Zusammenbruch der Sun Contracting AG in Liechtenstein nicht mehr gesichert war.
Verzögerte Strategieanpassung: Neue externe Aufträge wurden erst ab April 2025 forciert – zu spät, um die internen Umsatzprobleme zu kompensieren.
Die wirtschaftliche Schieflage war konzernweit spürbar: Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf insgesamt 47,3 Mio. Euro, bei Vermögenswerten von nur 16,75 Mio. Das bedeutet eine rechnerische Überschuldung von mehr als 30 Mio. Euro.
Besonders betroffen ist die Projekt GmbH mit einer Großanlage bei der Voestalpine in Krems (Niederösterreich). Aber auch die Solutions GmbH (Servicezentrale in Linz) mit 16 Beschäftigten steht vor dem Aus.
Insgesamt zittern 33 Mitarbeiter um ihren Job. Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) sieht geringe Chancen auf eine hohe Gläubigerquote. Zu groß sei das Minus, zu instabil die Lage im gesamten Konzern.