Online-Shooter, Waffen-Posts

Täter bereitete sich monatelang auf den Amoklauf vor

Monate vor seiner grausamen Tat in Graz trainierte Arthur A. mit Leihwaffen, postete Bilder der Tatwaffen und vereinsamte immer mehr.
Lukas Leitner
13.06.2025, 21:59
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Zehn Menschen wurden am Dienstag kaltblütig von Arthur A. in einer Grazer Schule getötet – der Schmerz sitzt tief, ganz Österreich trauert um die Opfer.

Während die Ermittler nach einem Motiv für die schreckliche Tat suchen, werden immer mehr neue Details und Einblicke in das Leben von Arthur A. bekannt. Der Täter ist etwa bei der Stellung durchgefallen, spielte Online-Shooter, trainierte in Graz das Schießen und veröffentlichte kurz vor der Bluttat mehrere Bilder. "Heute" hat die Chronologie von Arthur A.

1
2021 bei der Stellung durchgefallen
Im Jahr 2021 ist Arthur A. bei der Stellung beim österreichischen Bundesheer durch die psychische Tauglichkeitsprüfung durchgefallen und wurde als psychisch untauglich für den Wehrdienst befunden. Eine Weitergabe dieser Taten an Dritte sei beim Bundesheer aber nicht erlaubt, so ein Sprecher.
2
Online-Shooter – Live-Event im Oktober 2024
Arthur A. hatte kaum Freunde in der realen Welt, verbrachte den Großteil seiner Freizeit vor dem Bildschirm zu Hause – er wohnte bei seiner Mutter. Er spielte Online-Shooter, wie "Call of Duty", "Counter Strike" und "Valorant".
Er war auch in einem professionellen Team vertreten, spielte Turniere und war im Oktober sogar bei einem Live-Event, der "Vulkan-Lan" dabei. Als Ersatzspieler für ein anderes Team, das ihn zuvor nicht gekannt hatte, spielte er dort auf einer Bühne vor Publikum. Das Team erzählte gegenüber "Heute", dass Arthur A. ruhig gewesen sei, nicht aggressiv und dass er viel Zeit gebraucht habe, um "menschlich aufzuwärmen".
3
Letztes Turnier im Dezember 2024
Im Dezember spielte Arthur A. noch ein letztes Mal mit seinem Team – 2 Matches, beide am 13. Dezember 2024.  Danach zog er sich aus der esport-Szene zurück, spielte nicht mehr im Team und schottete sich ab.
4
Waffenführerschein im März 2025
In den darauffolgenden Monaten bereitete sich Arthur A. auf seine schreckliche Bluttat vor. Im März begann Arthur A. sein Training und machte auf einem Schießplatz, der zwischen der Schule und seinem zu Hause lag, seinen "Waffenführerschein".
5
Waffenkauf im Mai 2025
Am Schießplatz übte er zunächst mit einer Leihwaffe. Fünfmal soll er den Schießplatz an der Puntigammer Straße zunächst aufgesucht haben. Im Mai hat er sich dann seine eigene Pistole zugelegt – die Glock 19, mit der er dann kaltblütig 10 Menschen tötete. Die Schrotflinte soll er schon einen Monat zuvor gekauft haben.
6
Posting am Tag vor Amoklauf
In den darauffolgenden Wochen dürfte sich Arthur A. immer intensiver mit dem Anschlag befasst haben. Seine Profile auf diversen Plattformen bestätigen zumindest, dass er sich mit Amokläufen in den USA auseinandergesetzt hatte.
Am Montag, der Tag vor dem Attentat in einer Grazer Schule, veröffentlichte er ein Video eines Columbine-Täters.
7
Montag 5.17 Uhr – Arthur A. zeigt Waffen
Nur wenige Stunden später, um 5.17 Uhr, veröffentlicht der Täter zwei weitere Bilder. Zu sehen sind die mutmaßlichen Tatwaffen: Eine abgesägte Schrotflinte und eine Glock 19. Dazu schreibt er: "Ein sehr frühes Geburtstagsgeschenk für mich". Arthur A. wäre in einigen Wochen 22 Jahre alt geworden.
8
Dienstag 9.48 Uhr – Bild aus dem Schulklo
Am Dienstag, nur wenig Minuten bevor die ersten Schüsse fallen, stellt Arthur A. um 9.48 Uhr ein weiteres Bild ins Netz – fünf Minuten nachdem er die Schule betreten hatte. Das Foto wurde im Schulklo aufgenommen, in dem er sich vor seiner schrecklichen Bluttat ausrüstete. Zu sehen ist der Fußboden der Toilette, schwarze Springerstiefel und eine lange schwarze Hose. Ganz in Schwarz soll auch der 21-Jährige bei seiner Tat gekleidet gewesen sein. 
Es war das letzte Posting von Arthur A. – eine Bildunterschrift gibt es dieses Mal nicht.
{title && {title} } LL, {title && {title} } 13.06.2025, 21:59
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