Die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina haben begonnen – zumindest offiziell. Während in Mailand heute die Eröffnungsfeier stattfindet, dominiert in Cortina noch der Eindruck des Unfertigen. Baustellen, Übergangslösungen, Provisorien. Der olympische Glanz lässt hier noch auf sich warten.
Aber von vorne: Wer aus Österreich nach Cortina anreist, kommt meist über Osttirol. Von Lienz aus fährt eine S-Bahn nach Toblach in Südtirol. Wer eine Station früher aussteigt, gelangt übrigens nach Innichen – dem Heimatort eines gewissen Jannik Sinner, der bereits vier Grand-Slam-Titel im Tennis gewonnen hat.
Doch als "Heute" am Tag vor der Eröffnungsfeier vor Ort war, an jenem Platz, der eigentlich als Verbindungsstück zwischen Ostösterreich und Cortina dienen soll, war vom olympischen Flair wenig zu bemerken. Stattdessen ein leerer Parkplatz, viele Schilder, viel Platz.
Was nicht ist, kann freilich noch werden. Organisiert wirkte es jedenfalls – nicht zuletzt dank auffallend freundlicher Freiwilliger, die bemüht waren, Orientierung zu geben, wo sie sonst noch fehlte.
Etwas, das man von Cortina derzeit nicht behaupten kann. Neben Nobelstores wie Gucci und Prada prägen vor allem Baukräne das Bild der 5.500-Einwohner-Stadt. Zwischen Hotels und Baustellen liegt auch die Seilbahn Apollonio-Socrepes, die Fans zu den Damen-Skirennen bringen sollte. Stand jetzt ist sie noch nicht fertig. Ob sich daran im Laufe der Spiele noch etwas ändert, darf zumindest bezweifelt werden.
So sollen die Menschen nun mit Shuttles hinauf in die Rennarena gebracht werden. Um das ohnehin angespannte Verkehrsaufkommen nicht weiter eskalieren zu lassen, hat man vorsorglich die Schulen geschlossen.
Kritik daran gibt es durchaus. Ein heimischer Taxifahrer sprach mit "Heute" von einer drohenden Überforderung: "Diese Spiele werden eine Katastrophe. Die Organisation ist so schlecht. Wir in Cortina sind eine kleine Stadt – wie sollen hier 50.000 Menschen Platz finden?"
Es bleibt spannend. Die Spiele beginnen heute. Vor Ort allerdings ist, im wahrsten Sinn des Wortes, noch einiges zu tun.