Tauben füttern kann in Linz künftig teuer werden. Der Gemeinderat hat am Donnerstag ein Verbot für das Füttern wildlebender Straßentauben beschlossen, das berichtet der ORF. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Strafe von bis zu 218 Euro rechnen.
Die neue Regel gilt das ganze Jahr und im gesamten Linzer Stadtgebiet. Betroffen sind alle öffentlich zugänglichen Flächen im Freien. Dazu zählen Straßen, Plätze, Parks, Innenhöfe und Parkplätze.
Dabei reicht es nicht, den Tieren Körner oder anderes Futter direkt hinzuwerfen. Auch das Auslegen oder Bereitstellen von Nahrung ist verboten, wenn erkennbar ist, dass sie für Straßentauben bestimmt ist.
Hintergrund sind laut Stadt wiederholt gemeldete Fütterungen und größere Ansammlungen von Tauben an mehreren Stellen in Linz. Als Problem werden vor allem Taubenkot und zurückgelassene Futterreste genannt.
Sicherheits- und Gesundheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) hatte die Regelung bereits nach der Sitzung des Sicherheitsausschusses als notwendige Grundlage für Kontrollen bezeichnet, so der ORF. Gezieltes Füttern führe zu größeren Ansammlungen der Tiere und damit zu hygienischen Belastungen.
Mit dem Verbot solle eine "nachvollziehbare Regel" für den öffentlichen Raum geschaffen werden.
Im Gemeinderat wurde die Verordnung kurz nach 18 Uhr mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ, ÖVP und NEOS beschlossen. Bereits zuvor hatte der Sicherheitsausschuss mehrheitlich dafür gestimmt.
Kritik kommt von den Grünen. Aus ihrer Sicht reicht ein generelles Fütterungsverbot nicht aus. Sie warnen davor, dass sich die Tauben stattdessen verstärkt von Abfällen ernähren könnten.
Die Grünen setzen sich für betreute Taubenschläge ein, wie sie auch in anderen Städten und an der Johannes Kepler Universität Linz eingesetzt werden. Zudem fordern sie Ausnahmen für nachweislich im Taubenschutz tätige Personen, die Tiere an festgelegten Stellen versorgen.
Mit dem Beschluss des Gemeinderats kann die neue Verordnung nun in Kraft treten.