Cyberkriminelle haben es geschafft, Tausende Android-Handys bereits vor dem ersten Einschalten mit Schadsoftware zu infizieren. Die betroffenen Geräte wurden zu auffällig günstigen Preisen verkauft, teils sogar als vermeintliche Marken-Smartphones.
Die Malware arbeitet unbemerkt im Hintergrund. Die Kriminellen nutzen die infizierten Geräte unter anderem, um Werbung aufzurufen und mit gefälschten Klicks Geld zu verdienen. Zusätzlich können sie weitere schädliche Apps installieren, Berechtigungen vergeben und sogar SMS mitlesen oder versenden.
Das meldet Chip.de unter Berufung auf Erkenntnisse des Sicherheitsunternehmens Bitdefender. Die Experten entdeckten die getarnte Schadsoftware in einer Systemdatei namens "com.android.system.lite", die wie eine harmlose Android-Komponente aussah.
Bei einigen Geräten fanden die Analysten Zertifikate eines Hardwareherstellers aus der chinesischen Stadt Shenzhen. Wo genau in der Lieferkette die Schadsoftware auf die Smartphones gelangte, konnte jedoch nicht geklärt werden.
Die deutsche Bundesnetzagentur warnt vor besonderer Vorsicht bei auffällig niedrigen Preisen über Plattformen aus Nicht-EU-Staaten. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, von wo das Produkt versendet wird und ob ein Ansprechpartner in der EU erreichbar ist.