Google erweitert seine Fitbit-Reihe um den Fitbit Edge. Der neue Fitness-Tracker soll Trainingsdaten, Gesundheitswerte und Funktionen für den Alltag in einem kompakten Gerät vereinen. Zu den wichtigsten Neuerungen zählen ein größeres Display, integriertes GPS und ein KI-gestützter Coach, der persönliche Trainings- und Gesundheitsdaten auswerten soll. In Österreich und Deutschland kann das Gerät ab sofort vorbestellt werden und kostet 179,99 Euro. Im Handel soll der Fitbit Edge ab dem 27. Oktober erhältlich sein.
Mit dem neuen Modell will Google eine Lücke zwischen einer umfangreich ausgestatteten Smartwatch wie der Pixel Watch und einem schlichten Fitness-Armband schließen. Der Edge ist für Menschen gedacht, die ihre Aktivitäten und Erholung verfolgen möchten, dafür aber nicht unbedingt eine große Smartwatch am Handgelenk brauchen. Das Gehäuse besteht aus recyceltem Aluminium und ist laut den technischen Daten 11,58 Millimeter hoch. Ohne Armband wiegt das Gerät 17,7 Gramm.
Der Bildschirm gehört zu den auffälligsten Änderungen. Google gibt an, dass die Anzeigefläche um 46 Prozent größer ausfällt als bei früheren Trackern. Zum Einsatz kommt ein 1,34 Zoll großes AMOLED-Farbdisplay mit Always-on-Funktion. Die Helligkeit lässt sich anpassen, damit die Anzeige auch bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen gut lesbar bleibt. Die Bedienung erfolgt über den Touchscreen und eine mechanische Seitentaste. Eine überarbeitete Benutzeroberfläche soll wichtige Informationen schneller zugänglich machen.
Dazu zählen unter anderem Schritte, Wetterdaten, Trainings und Gesundheitswerte. Auch Google Maps, Mediensteuerung sowie Benachrichtigungen über Anrufe und Nachrichten sind vorgesehen. Das Smartphone muss dafür kompatibel sein und mit dem Tracker verbunden werden. Google bietet verschiedene Gehäuse- und Armbandkombinationen an. Zur Auswahl stehen Obsidian mit schwarzem Gehäuse, Fog mit silberner Optik, Olive mit einem Gehäuse in Pyrit-Finish und Canyon in einem warmen Goldton. Die Armbänder lassen sich austauschen.
Beim Sport soll der Fitbit Edge mehr als nur Schritte zählen, es stehen über 50 Trainingsmodi zur Verfügung. Während des Trainings kann der Tracker Messwerte direkt am Handgelenk anzeigen. Je nach Sportart sind etwa Tempo, Herzfrequenzbereiche oder Zwischenzeiten abrufbar. Ein integriertes GPS zeichnet Outdoor-Aktivitäten auch ohne Smartphone auf. Google spricht von einer bis zu 40 Prozent besseren Genauigkeit bei der Streckenaufzeichnung gegenüber früheren Generationen. Ein Höhenmesser erfasst zusätzlich Höhenunterschiede.
Der Tracker soll außerdem Aktivitäten automatisch erkennen. Google nennt bis zu 100 automatisch kategorisierbare Workouts. Nach dem Training lassen sich die aufgezeichneten Daten auswerten. Dazu gehören unter anderem Tempo, zurückgelegte Distanz, Schritte, Herzfrequenz, Trainingsbelastung und die geschätzte maximale Sauerstoffaufnahme. Die Google-Health-App bündelt weitere Informationen und soll dabei helfen, Entwicklungen über einen längeren Zeitraum zu erkennen.
Eine zentrale Rolle spielt der Google Health Coach. Er soll Trainings- und Gesundheitsdaten analysieren und daraus personalisierte Empfehlungen ableiten. Dazu gehören Vorschläge für Fitnesspläne und Hinweise zur Erholung. Der Coach soll auch dabei helfen, die eigenen Fortschritte einzuordnen und Trainingsziele anzupassen. Für den Google Health Coach beziehungsweise die Premium-Funktionen ist ein Google-Health-Premium-Abo erforderlich. Beim Kauf des Fitbit Edge sind drei Monate dieses Dienstes als Probeabo enthalten.
Danach ist eine kostenpflichtige Mitgliedschaft nötig, wenn die Funktionen weiterhin genutzt werden sollen. Auch bei den Gesundheitsfunktionen ist eine Unterscheidung wichtig: Der Fitbit Edge kann unter anderem die Herzfrequenz rund um die Uhr erfassen, Schlafdaten auswerten und nächtliche Veränderungen der Hauttemperatur messen. Hinzu kommen eine EKG-App und Benachrichtigungen bei bestimmten Herzfrequenzauffälligkeiten, sofern die jeweiligen Funktionen im Land verfügbar sind.
Google nennt außerdem monatliche Trends beim Blutdruck und bei der Insulinresistenz. Der Akku soll laut Google bis zu sieben Tage durchhalten. Für kurze Ladepausen verspricht Google einen weiteren Vorteil: Fünf Minuten am Ladegerät sollen Energie für ungefähr einen Tag liefern. Der Tracker wird über ein USB-C-Schnellladekabel geladen. Für eine vollständige Aufladung nennt Google etwa 90 Minuten. Ein passender 30-Watt-Netzadapter ist separat erhältlich, heißt es im Lieferumfang.
Der Fitbit Edge erfüllt laut Hersteller die Schutzklassen 5 ATM und IP68. Eine Besonderheit ist der austauschbare Akku. Google bezeichnet den Edge als ersten reparierbaren Fitness-Tracker des Unternehmens mit einer modularen Innenkonstruktion. Neben den regulären Varianten erscheint eine Sonderedition in Zusammenarbeit mit Stephen Curry, dem vierfachen NBA-Champion und Google Performance Advisor. Sie besitzt ein eigenes Farbdesign und ein Armband aus recyceltem Polyester mit wasserabweisender Beschichtung.
Im Lieferumfang befinden sich der Tracker, ein kleines und ein großes Sportarmband sowie ein USB-C-Schnellladekabel und eine Kurzanleitung. Das kleine Armband ist für Handgelenke mit einem Umfang von 130 bis 170 Millimetern vorgesehen, das große für 170 bis 210 Millimeter. Für die Nutzung sind ein Google-Konto und die Google-Health-App erforderlich. Unterstützt werden die meisten Smartphones mit iOS 16.4 oder neuer sowie Geräte mit Android 11 oder neuer.