Yandex-Zentren brennen

Neue Ukraine-Angriffe bringen Internet zum Schweigen

Ukrainische Drohnen treffen russische Rechenzentren. Jetzt kämpft Internet-Riese Yandex mit massiven Ausfällen. Auch Supercomputer sind betroffen.
12.10.2026, 15:44
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Schwere Probleme für einen der wichtigsten Internetkonzerne Russlands! Nach mehreren ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Rechenzentren kämpft der Tech-Riese Yandex mit massiven Ausfällen. Millionen Menschen nutzen die Dienste des Unternehmens täglich. Nun zeigen Messungen, wie stark die Infrastruktur getroffen wurde.

Wie das deutsche IT-Portal heise online berichtet, kam es am Sonntag (11. Oktober) erneut zu erheblichen Verbindungsproblemen. Zuvor sollen ukrainische Drohnen ein Rechenzentrum in der russischen Region Wladimir angegriffen haben.

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Die Organisation NetBlocks, die weltweit Störungen der Internetverbindungen dokumentiert, registrierte daraufhin einen deutlichen Einbruch bei der Erreichbarkeit von Yandex-Servern.

Nur noch 30 Prozent erreichbar

Besonders dramatisch ist die Situation bei den Cloud-Diensten des Konzerns. Während zunächst noch rund 80 Prozent der gewöhnlichen Yandex-Verbindungen funktionierten, brach die Erreichbarkeit der Cloud-Server auf etwa 30 Prozent ein.

Eine Netzwerkgrafik von NetBlocks zeigt, dass sich die Situation bereits seit Donnerstag (8. Oktober) deutlich verschlechtert hatte. Am Sonntag folgte dann der nächste massive Einbruch. Zuletzt lag die gemessene Erreichbarkeit der Yandex-Infrastruktur bei nur noch 63 Prozent, bei Yandex Cloud waren es lediglich 30 Prozent.

Für Russland sind diese Störungen besonders brisant. Yandex gilt als einer der wichtigsten Technologiekonzerne des Landes. Millionen Menschen verwenden seine Dienste für Internetsuchen, Navigation, Streaming und Essensbestellungen. Gleichzeitig sind zahlreiche Digitalunternehmen auf die Cloud-Infrastruktur des Konzerns angewiesen.

"Weniger Hass und Spaltung"

"Als unsere Angriffe die Rechenzentren von Yandex erreichten, wurde es auf vielen Social-Media-Plattformen plötzlich etwas leichter zu atmen. Viele Menschen haben das bemerkt. Es gab weniger Hass, weniger Spaltung und weniger Provokationen – weil es weniger Bots gab!", hält Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Rede vor dem Warschauer Sicherheitsforum fest.

"Es ist ziemlich klar, woher diese Bots kamen. Das beweist immer wieder, dass Europa nicht die Ursache der Probleme ist. Europa ist nicht derjenige, der alles erschwert."

Ukrainische Drohnen treffen Rechenzentren

Bereits in den Tagen vor dem jüngsten Ausfall hatte die Ukraine mehrere russische Rechenzentren angegriffen. Am Donnerstag und Freitag wurden weitere Schäden gemeldet.

Nach einem Drohnenangriff auf ein Rechenzentrum in Kaluga musste Yandex am Freitag Teile des dortigen Betriebs einstellen. Damit steht der Konzern innerhalb weniger Tage vor einer ganzen Serie schwerer Störungen.

Doch die Angriffe treffen nicht nur gewöhnliche Internetdienste. Auch Russlands Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz ist betroffen.

Zwei russische Supercomputer außer Betrieb

Besonders schwer wiegen die Schäden im russischen Sasovo, südöstlich von Moskau. Dort betreibt Yandex drei leistungsstarke Supercomputer, die unter anderem für die Entwicklung künstlicher Intelligenz eingesetzt werden.

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff und einem anschließenden Brand im dortigen Rechenzentrum sind zwei dieser drei Supercomputer außer Betrieb. Yandex räumte ein, dass die Aufrechterhaltung seiner Dienste das Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen stellt.

Auch Ukraine war Ziel von IT-Angriffen

Die Angriffe auf digitale Infrastruktur beschränken sich allerdings nicht auf Russland. Ende September hatte die russische Armee mehrere wichtige Rechenzentren und Telekommunikationseinrichtungen in der Ukraine attackiert.

Beschädigt wurden unter anderem Einrichtungen von Vodafone Ukraine, Datagroup, Cosmonova, Omega Telecom und DreamLine. Auch das Hauptquartier des Mobilfunkanbieters Kyivstar wurde getroffen.

Bei einem Einschlag in ein Rechenzentrum in Kyjiw wurden zwei Kinder und ein Erwachsener verletzt. Russland begründete die Auswahl der Ziele mit angeblichen Verbindungen der betroffenen Einrichtungen zum ukrainischen Militär.

Die jüngsten Ausfälle bei Yandex zeigen, welche weitreichenden Folgen Angriffe auf Rechenzentren haben können. Betroffen sind nicht nur einzelne Server, sondern auch digitale Angebote, auf die Privatpersonen und Unternehmen täglich angewiesen sind.

red, 12.10.2026, 15:44