Eine Fahrt vom Wiener Hauptbahnhof in den 17. Bezirk hat Russland-Experte Gerhard Mangott ordentlich ins Geldbörsel gegriffen. Am 21. August stieg der Uni-Professor gegen 13.45 Uhr am Hauptbahnhof in ein Taxi. Am Ende standen für die Fahrt in die Twarochgasse 79 Euro auf der Rechnung.
Dabei war laut "Kronen Zeitung" der Taxameter eingeschaltet. Mangott wurde angesichts des hohen Preises stutzig. "Ich dachte mir gleich, dass da etwas nicht stimmen kann. Bei Uber hätte die Fahrt nur rund 29 Euro gekostet", erklärt der Professor gegenüber der Tageszeitung.
Probleme rund um den Taxistand beim Wiener Hauptbahnhof sind nicht neu. Fahrgäste berichten immer wieder von stark überhöhten Preisen, abgelehnten Fahrten oder aggressivem Verhalten einzelner Lenker.
Wer an einem Wiener Taxistand in ein Taxi steigt, für den gelten Tarif- und Taxameterpflicht. Die Taxi-Innung der Wirtschaftskammer Wien verweist in der "Krone" darauf, "dass die überwiegende Mehrheit unserer Unternehmer, ihre Fahrgäste tagtäglich korrekt, verlässlich und zu fairen Konditionen befördern".
Gleichzeitig will man gegen schwarze Schafe vorgehen. "Es ist der Wiener Taxi-Innung ein Anliegen, gemeinsam mit den zuständigen Behörden sicherzustellen, dass gegen unseriöse Anbieter konsequent vorgegangen wird. Jeder einzelne Verstoß schadet dem Vertrauen der Fahrgäste und dem Ruf einer gesamten Branche", heißt es im Bericht.
Unterdessen fordert die Wiener FPÖ Konsequenzen. Eine Schranken- oder Polleranlage mit einem Zufahrtssystem über den Taxilenkerausweis soll nach ihren Vorstellungen den Standplatz am Hauptbahnhof besser kontrollieren. So soll sichergestellt werden, dass nur berechtigte Taxilenker zufahren können. Entsprechende Anfragen und Anträge im Gemeinderat wurden angekündigt.
Auch bei der Wirtschaftskammer gibt es laut "Krone" Überlegungen zu Veränderungen vor Ort. "Wir stehen mit den ÖBB und den Wiener Behörden in Austausch, um gemeinsam bauliche Maßnahmen zu prüfen und Verbesserungen rund um den Hauptbahnhof umzusetzen", heißt es von der WK Wien.
Für Mangott ist nach der 79-Euro-Fahrt jedenfalls klar, wie er künftig durch Wien fahren will: "Nach dieser teuren Bekanntschaft mit den Machenschaften der Taxis am Hauptbahnhof werde ich in Wien nur noch mit Uber fahren", sagt er zur "Krone".