"Inshallah kommt schnell raus"

Teenies auf Häfn-Dach! WEGA-Bericht enthüllt Einsatz

Vermummte klettern aufs Dach des Wiener Landesgerichts, filmen in Richtung Zellen. Nun liegt "Heute" der WEGA-Bericht zum Einsatz vor.
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Jetzt ist klar, wie ernst die Lage wirklich war! "Heute" konnte den Einsatzbericht zum Dach-Alarm bei der Justizanstalt Wien-Josefstadt einsehen. Darin ist der nächtliche Einsatz rund um das Gerichtsviertel detailliert festgehalten.

Mehrere Jugendliche waren am Dach der Haftanstalt unterwegs, liefen über die Flächen oberhalb des Innenhofs und filmten gezielt in beleuchtete Zellen. Die Videos tauchten noch in derselben Nacht auf TikTok auf, einzelne Clips erreichten bis zu 169.000 Aufrufe.

In der Beschreibung hieß es: "Free an alle hinter Gitter … free F, free M, inshallah kommt ihr raus." Auf die Frage nach dem Zugang kommentierte ein Nutzer: "Baustelle klettern". "Heute" berichtete über den Vorfall.

WEGA rückt an – Alarmstufe im Gerichtsviertel

Der interne WEGA-Bericht zeichnet ein angespanntes Bild. Um 22.18 Uhr wird die "Sichtung von drei anstaltsfremden Personen am Dachgerüst des Landesgerichtes (Alserstraße)" gemeldet – direkt neben Österreichs größter Haftanstalt. Um 22.24 Uhr folgt der Notruf 133. Innerhalb weniger Minuten sichern Streifen das Gerichtsviertel, die Lage wird als sensibel eingestuft.

Über dieses Baugerüst an der Fassade der Justizanstalt Josefstadt kletterten die Jugendlichen auf das Dach.
"Heute" / PET

Um 22.40 Uhr trifft die WEGA ein. Laut Protokoll wird das Gerüst systematisch erfasst und schließlich "durch Kräfte der Polizei umstellt". Erst um 23.00 Uhr ist die Situation unter Kontrolle. Die drei Personen steigen nach unten und werden um 23.10 Uhr von der Polizei mitgenommen. Um 23.20 Uhr wird vermerkt: "Sicherheit und Ordnung wiederhergestellt."

Sanierung läuft seit 2023

Die Justizanstalt Wien-Josefstadt wird seit Oktober 2023 bei laufendem Betrieb umfassend saniert, die Fertigstellung ist für 2032 geplant. Die Nettoraumfläche entspricht rund 550 Einfamilienhäusern. Zu den Maßnahmen zählen neue Fenster, gedämmte Dächer sowie eine Photovoltaikanlage. Das großflächige Baugerüst rund um die Fassade könnte den Aufstieg erleichtert haben. Das Justizministerium teilte schriftlich mit, der "Vorfall sei allen relevanten Dienststellen bekannt". Zudem hieß es: "Baustellenbezogene Zutrittsmöglichkeiten […] zum Anstaltsbetrieb werden bereits im Vorfeld und fortlaufend geprüft."

Zu den Maßnahmen zählen neue Fenster, gedämmte Dächer sowie eine Photovoltaikanlage. Das großflächige Baugerüst rund um die Fassade könnte den Aufstieg erleichtert haben. Das Justizministerium teilte schriftlich mit, der "Vorfall sei allen relevanten Dienststellen bekannt". Zudem hieß es: "Baustellenbezogene Zutrittsmöglichkeiten […] zum Anstaltsbetrieb werden bereits im Vorfeld und fortlaufend geprüft."

ÖVP: "Justizanstalt aus Josefstadt absiedeln"

Für die ÖVP Josefstadt sind die jüngsten Szenen ein politischer Weckruf. Bezirksparteiobmann und Klubobmann Adam Christian betont: "Die Josefstadt braucht keine Gitterstäbe und Betonmauern, sondern dringend leistbaren Wohnraum für Familien." Auf dem Areal der Justizanstalt könnten hunderte moderne Wohnungen entstehen, stattdessen werde bis 2032 ein "veraltetes Gefängnis" saniert, das regelmäßig für negative Schlagzeilen sorge.

Die ÖVP Josefstadt habe bereits im Dezember 2025 in einem offenen Brief an Justizministerin Anna Sporrer die Verlegung gefordert. Die angekündigten Neubauten von Haftanstalten im Westen Österreichs seien eine "historische Chance". Gefordert werden ein verbindlicher Beschluss zur Absiedlung, ein Nachnutzungskonzept für leistbaren Wohnraum sowie die Einbindung der Bezirksbevölkerung.

{title && {title} } CW,ct,pet, {title && {title} } Akt. 19.02.2026, 10:32, 19.02.2026, 10:29
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