Neue EU-Gebühr in Kraft

Temu, Shein: Asien-Pakete werden jetzt deutlich teurer

Seit 1. November fällt eine zusätzliche EU-Gebühr auf Pakete an. Besonders kleine Bestellungen aus China können dadurch deutlich teurer werden.
02.11.2026, 08:19
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Wer gerne günstige Produkte bei chinesischen Internethändlern bestellt, muss jetzt tiefer in die Tasche greifen. Seit 1. November gibt es eine zusätzliche EU-Bearbeitungsgebühr auf Pakete. Damit kommt nach dem EU-Zoll im Juli und der heimischen Paketsteuer im Oktober bereits die dritte Verteuerung innerhalb weniger Monate auf Konsumenten zu.

Besonders bei kleinen und günstigen Bestellungen können die zusätzlichen Kosten ordentlich ins Gewicht fallen. Das zeigt ein Beispiel des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), über das das Ö1-Morgenjournal am Montag berichtet.

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Flip-Flops und Laserpointer kosten 14 Euro extra

Für das Beispiel wurde eine Bestellung bei einem bekannten chinesischen Internethändler durchgerechnet. Im Warenkorb landen ein Paar Flip-Flops und zwei kleine Laserpointer.

Die Überraschung kommt bei den zusätzlichen Kosten: Allein durch die verschiedenen Abgaben verteuert sich die Bestellung um insgesamt 14 Euro. Bei günstigen Produkten kann das einen erheblichen Teil des eigentlichen Warenwerts ausmachen.

Handyhüllen kosten plötzlich das Dreifache

Warum gleich mehrere Gebühren eingeführt wurden, erklärt WIFO-Ökonom Markus Scheiblecker gegenüber Ö1. Die drei Maßnahmen würden zwar unterschiedliche Ziele verfolgen, hätten aber eine gemeinsame Folge: Kleine Bestellungen aus China werden zunehmend unattraktiv.

Besonders drastisch zeigt sich das laut Scheiblecker bei Handyhüllen. Wer diese direkt aus China bestellt, müsse mittlerweile mit den dreifachen Kosten rechnen.

Das sei laut dem Wirtschaftsforscher "teilweise im Sinn dieser Bestimmungen". Die zusätzlichen Belastungen sollen demnach auch das bisherige Bestellverhalten verändern.

Post rechnet in diesem Segment mit fast einem Drittel weniger Paketen

Die Auswirkungen könnten sich schon bald deutlich bemerkbar machen. Bei der Österreichischen Post rechnet man im zweiten Halbjahr mit einem Rückgang von fast einem Drittel bei Paketsendungen aus Nicht-EU-Ländern.

Allerdings machen solche Sendungen insgesamt weniger als zehn Prozent des Paketaufkommens der heimischen Post aus. Der Großteil der Lieferungen kommt weiterhin aus Österreich oder anderen EU-Staaten.

China-Händler arbeiten bereits an einer Lösung

Die asiatischen Handelsplattformen dürften sich von den neuen Abgaben allerdings nicht dauerhaft ausbremsen lassen. Laut dem Ö1-Bericht arbeiten Händler bereits daran, ihre Zustellung verstärkt innerhalb der Europäischen Union abzuwickeln.

Der Vorteil: Werden Waren zunächst gesammelt in die EU eingeführt, fällt der Zoll bei der Einfuhr an. Anschließend können die Produkte innerhalb des Binnenmarkts weiterverteilt werden.

Für Konsumenten könnte das bedeuten, dass zusätzliche Kosten künftig direkt im Verkaufspreis enthalten, also "eingepreist" sind.

mrr, 02.11.2026, 08:19