AMS zahlt Geld zurück

Diese Arbeitslosen bekommen jetzt bis zu 2.500 € zurück

Rund 250.000 Menschen haben wegen eines Rechenfehlers zu wenig Geld vom AMS erhalten. Jetzt stehen Nachzahlungen von bis zu 2.500 Euro bevor.
02.11.2026, 06:30
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Für Hunderttausende Menschen in Österreich gibt es noch heuer Geld zurück! Nach einer folgenschweren Rechenpanne beim Arbeitsmarktservice (AMS) sollen rund 250.000 Betroffene eine Nachzahlung erhalten. Im Durchschnitt geht es um 400 Euro pro Person, in einzelnen Fällen können es sogar rund 2.500 Euro sein.

Das Beste daran: Wer Anspruch auf das Geld hat, muss selbst keinen Antrag stellen. Das AMS überprüft die betroffenen Fälle automatisch.

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Dieser Fehler kostete Arbeitslose Geld

Aufgedeckt wurde die Panne durch eine Frau aus Linz. Sie konnte nachweisen, dass bei der Berechnung ihres Arbeitslosengeldes ein Fehler im System steckte.

Konkret hatte das AMS bei der Ermittlung der Leistungen grundsätzlich einen Arbeitslosenversicherungsbeitrag von drei Prozent berücksichtigt. Das Problem: Auch bei Menschen mit geringem Einkommen wurde dieser Betrag abgezogen, obwohl sie den Beitrag gar nicht in voller Höhe oder überhaupt nicht hätten bezahlen müssen.

Dadurch fiel die Berechnungsgrundlage für das Arbeitslosengeld zu niedrig aus. Besonders betroffen waren somit ausgerechnet Menschen, die ohnehin wenig verdienten. Am 3. Juli stellte der Verwaltungsgerichtshof klar, dass diese Berechnung nicht zulässig war.

Bis zu 2.500 Euro Nachzahlung möglich

Wie viel Geld die Betroffenen zurückbekommen, hängt von der jeweiligen Situation ab. Laut einem Bericht der "Kronen Zeitung" wurden im Durchschnitt rund 1,10 Euro pro Tag zu wenig ausbezahlt.

Über einen längeren Zeitraum kommt dadurch einiges zusammen. Im Schnitt dürfen Betroffene mit einer Nachzahlung von etwa 400 Euro rechnen. Wer beispielsweise täglich mehr als zwei Euro zu wenig erhalten hat und drei Jahre lang durchgehend Leistungen bezog, kann auf eine Rückzahlung von rund 2.500 Euro kommen.

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Insgesamt betrifft die fehlerhafte Berechnung etwa 250.000 Menschen. Die gesamten Nachzahlungen werden auf rund 135 Millionen Euro geschätzt.

Betroffene müssen keinen Antrag stellen

Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) stellt gegenüber der "Krone" klar, dass das zu wenig ausbezahlte Geld zurückgegeben werden muss: "Den Menschen steht diese Nachzahlung zu."

Das AMS wird deshalb sämtliche betroffenen Fälle von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe von sich aus überprüfen. Die Empfänger müssen weder einen Antrag einbringen noch selbst aktiv werden.

Sobald die Berechnung abgeschlossen ist, werden sie vom AMS verständigt.

Geld soll noch 2026 überwiesen werden

Auch der Zeitplan steht bereits fest. Die Rückzahlungen sollen nach Möglichkeit noch vor dem Jahreswechsel erfolgen. "Das AMS meldet sich, sobald der Fall geprüft ist. Das Geld soll nach Möglichkeit noch 2026 fließen", heißt es aus dem Sozialministerium gegenüber der "Krone".

Allerdings wird nicht unbegrenzt rückwirkend bezahlt. Berücksichtigt werden Zeiträume von bis zu drei Jahren vor dem 22. September 2026. An diesem Tag langte die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs beim AMS ein.

Regierung will Fristen stoppen

Damit Betroffene nicht durch eine längere Bearbeitungsdauer Geld verlieren, plant die Regierung eine gesetzliche Absicherung.

Demnach sollen die maßgeblichen Fristen ab dem 22. September 2026 ruhen, bis sämtliche betroffenen Fälle überprüft und die Nachzahlungen erledigt sind.

Für die rund 250.000 Betroffenen bedeutet das: Sie müssen vorerst nichts unternehmen und können auf eine Verständigung durch das AMS warten. Im besten Fall landet das zu wenig ausbezahlte Geld noch heuer auf ihrem Konto.

wil, 02.11.2026, 06:30