Wildtiere

Schlangen in Schubladen und Spinnen in Dosen

Das Veterinäramt des Nürnberger Landes ist nach der Kontrolle eines Exoten-Liebhabers schockiert: Schlangen in Schubladen und Spinnen in Dosen!

Christine Kaltenecker
Ein Mann im deutschen Nürnberg hielt über 140 Schlangen in Schubladen und Spinnen in Dosen.
Ein Mann im deutschen Nürnberg hielt über 140 Schlangen in Schubladen und Spinnen in Dosen.
(Symbolbild) Getty Images

Das Veterinäramt des Landratsamtes Nürnberger Land kontrollierte innerhalb der letzten Woche einen "Exotenliebhaber", der im Verdacht stand, Reptilien nicht artgerecht zu halten. 140 Schlangen, mehrere hundert Spinnen, aber auch Skorpione und natürlich die Futter-Menagerie in Form von Mäusen, Ratten und Insekten wurden in normalen Schubladen, aber auch in Dosen und kleinsten, behelfsmäßigen Behältern gefunden.

Verkauf gefährlicher Tiere

Der Mann bot angeblich Schlangen im Internet zum Verkauf an - auch Tiere, die man ohne Sachkundenachweis gar nicht halten darf, den er aber nicht vorweisen konnte. Die Polizei und zwei Reptilien-Experten des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, sowie Mitarbeiter der Reptilienauffangstation in München kamen also zum vereinbarten Termin und waren allesamt schockiert.

Zwei Häuser voller Exoten

Während im Wohnhaus "nur" vier Schlangen und hunderte Spinnen, sowie Skorpione - teilweise in Döschen, nicht größer als Farbfilm-Behälter - aufgefunden wurden, war der Fund in einem weiteren, leerstehenden Haus wesentlich schockierender: 137 Riesen- und Giftschlangen, die man ohne Erlaubnis keinesfalls halten darf und teilweise noch lebende 200 Mäuse und Ratten, die wohl als Futtertiere an die Schlangen verfüttert werden sollten, plus einer Vogelspinne mussten beschlagnahmt werden.

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    Nur die Kalifornische Strumpfbandnatter besticht mit ihrer bunten Farbgebung.
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    Dan Suzio / PhotoResearchers / picturedesk.com

    Python in Schublade

    Die Schlangen wurden in hohen Regalsystemen, ähnlich wie in Werkstätten, völlig vernachlässigt untergebracht. Zwei Königspythons mussten sich sogar eine Schublade teilen, wo sie in den eigenen Fäkalien auf bereits verschimmelter Einstreu liegen mussten. Auch frische Luft war in den Schubladen Mangelware. Ein Tier war sogar am ganzen Körper komplett vernarbt und ab der Körpermitte gelähmt - diese Qualzucht verstarb kurz nach seiner Rettung.

    Auch war bei der Fütterung Tierquälerei nachzuweisen, da der Mann angab die Mäuse und Ratten lebend an die Schlangen zu verfüttern, was verboten ist. In der Tierauffangstation München werden nun alle Tiere vorerst untergebracht und natürlich medizinisch untersucht - viele müssen wohl auch aufgrund des schlechten Gesamtzustandes eingeschläfert werden, zitierte das Veterinäramt. Da der Mann gegen einige Gesetzt verstoßen hat, ist noch unklar welches Urteil gesprochen wird.