Der Sommer wird für den Tierschutz zur Belastungsprobe: Nach einer massiven Katzenschwemme im ersten Halbjahr reißen nun die Anfragen für Hundeabgaben nicht ab. Beim Tierschutzhof Pfotenhilfe im oberösterreichischen Lochen ist die Lage angespannt.
Seit Beginn der Ferien habe sich die Zahl der Anfragen zur Abgabe von Hunden vervielfacht, berichtet die Pfotenhilfe. Mehrere Anrufe und E-Mails würden mittlerweile täglich eintreffen.
„Unglaublich, wie leicht sich Menschen von langjährigen Gefährten und Familienmitgliedern trennen.“
Für Geschäftsführerin Johanna Stadler ist besonders die Art der Abgaben erschütternd. Immer wieder gehe es auch um langjährige tierische Begleiter, von denen sich ihre Besitzer plötzlich trennen wollen. "Uralte Hunde, nicht perfekte Hunde, Scheidungsopfer, einfach unglaublich, wie leicht sich Menschen von langjährigen Gefährten und Familienmitgliedern trennen", zeigt sich Stadler entsetzt.
Zwei Hunde, die die Situation besonders deutlich machen, sind Elli und Wasti. Beide wurden aufgenommen, nachdem ihre Halter aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für sie sorgen konnten.
Bei Elli mussten zunächst die stark geschädigten Zähne saniert werden. Zudem benötigt die Hündin Medikamente, damit ihre eindickende Gallenflüssigkeit keine schweren Koliken verursacht. Eine Untersuchung bei einer Augenspezialistin steht ebenfalls bevor.
Noch dringender ist die Situation bei Wasti. Bei ihm wurden ein Hodentumor, ein Harnblasenstein und eine massive Prostatavergrößerung festgestellt. Eine Operation ist notwendig. Dabei sollen sowohl der Tumor als auch der Blasenstein entfernt werden.
Die Pfotenhilfe appelliert deshalb bereits vor der Anschaffung eines Hundes an künftige Halter, die Entscheidung langfristig zu durchdenken.
"Die Menschen müssen sich vor der Anschaffung informieren, wie lange ein Tier leben kann", fordert Stadler. Entscheidend sei auch die Frage, ob man über Jahre hinweg gesundheitlich und finanziell in der Lage ist, dem Tier gerecht zu werden.
Gleichzeitig sieht die Tierschützerin die Politik gefordert. Die Bundesländer müssten mehr Tierheimplätze schaffen. Es könne nicht sein, dass Tiere unter politischen Prioritäten leiden.
Für die Pfotenhilfe bedeutet der Zustrom auch eine enorme finanzielle Belastung. Gerade ältere und kranke Tiere verursachen hohe Tierarztkosten.
Die Pfotenhilfe ist für die hohen Tierarztkosten, die die meisten Tiere verursachen, dringend auf Spenden angewiesen. Gespendet werden kann - speziell für Elli und Wasti online auf pfotenhilfe.org/spende-fuer-elli-und-wasti/
Pfotenhilfe Lochen
IBAN: AT42 3429 0000 0623 0700
BIC: RZOOAT2L290
Für die medizinische Versorgung von Elli und Wasti bittet der Tierschutzhof daher um Spenden. Die beiden Hunde stehen stellvertretend für viele Tiere, deren Schicksal nach einer Abgabe plötzlich ungewiss wird.