Im Mai 2025 stürzte TikToker Justin Bunyai von einem Balkon und verlor dabei einen Arm. Der damals 19-Jährige überlebte schwer verletzt. Weil unklar war, wie es beruflich weitergehen würde, starteten Familie und Freunde eine Spendenaktion für eine Prothese. Rund 30.000 Euro kamen zusammen.
Monate später geriet Justin erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit – diesmal wegen seines Auftretens auf Instagram. Dort begann er, regelmäßig seine neuesten Luxus-Anschaffungen zu zeigen. Für viele Follower war das ein No-Go nach dem Unfall und der Spenden.
In mehreren Reels präsentierte Justin offen seinen neuen Lebensstil: ein Mercedes G-Klasse, mehrere Rolex-Uhren im Wert von zehntausenden Euro sowie teure Urlaube. Nach dem Spendenaufruf wirkte dieser Luxus für viele irritierend. In den Kommentaren häuften sich kritische Fragen: Wozu Spenden, wenn kurz darauf mit Reichtum geprahlt wird?
Je häufiger Justin seine neuesten Luxus-Anschaffungen zeigte, desto stärker wurde der Gegenwind. Nutzer warfen ihm vor, mit seinem Reichtum zu protzen. Andere zweifelten offen daran, dass Spendengelder unangetastet geblieben seien. Der öffentliche Druck wuchs – und Justin sah sich gezwungen zu reagieren.
Im Jänner 2026 meldete sich der TikToker mit einem ausführlichen Instagram-Video zu Wort. Darin ging er gezielt auf die Vorwürfe ein. "Bis zum heutigen Tag wurde von dem Geld kein Cent angegriffen", stellte er klar. Die rund 30.000 Euro lägen auf einem eigenen, zweckgebundenen Konto, auf das er keinen freien Zugriff habe.
Die Spendenaktion sei nicht von ihm selbst gestartet worden. Zum Zeitpunkt des Aufrufs habe er im Krankenhaus gelegen. "Mein Arm wurde mir gerade amputiert, ich war komplett neben der Spur", erklärte Justin. Familie und Freunde hätten aus Sorge um seine Zukunft gehandelt.
Seinen heutigen Lebensstil erklärte Justin mit beruflichem Erfolg. Nach dem Unfall habe er intensiv an seinem Business gearbeitet. Seine neuesten Luxus-Anschaffungen – Auto, Uhren und Urlaube – seien aus Gewinnen finanziert worden, nicht aus Spendengeldern.
Um das zu belegen, sprach er ungewöhnlich offen über Geld und nannte konkrete Summen. Jeder, der seine Spende bereue, könne sich melden. "Schreibt mir eine DM, ich zahle es jedem zurück", sagte er.
Mitleid wollte Justin keines. Den Verlust seines Arms akzeptiere er. "Ich wurde genug gestraft. Mir fehlt mein Leben lang ein Arm", sagte er. Gleichzeitig wolle er sich nicht als Betrüger darstellen lassen.