Monatelang herrschte Unklarheit darüber, was da am Wörthersee tatsächlich unterwegs war – eine Art Boot, ein Katamaran oder doch eine "schwimmende Insel"? Nun bringt ein Gutachten Licht ins Dunkel: Laut Sachverständigem handelt es sich eindeutig um ein Boot – mit einer elektrischen Antriebskraft von 6 Kilowatt.
Damit ist klar: Die Plattform war zu stark motorisiert, um ohne spezielles Schiffsführerpatent unterwegs zu sein. Denn die gesetzliche Grenze liegt bei 5 Kilowatt, heißt es in einem Bericht der "Kleinen Zeitung". Wer also steuerte, hätte ein entsprechendes Patent gebraucht – sonst war die Fahrt illegal.
Hintergrund ist ein tragischer Unfall am 16. August: Ein 38-jähriger Steirer stürzte ins Wasser und ging sofort unter. Zwei Tage später bargen Taucher seine Leiche aus 38 Metern Tiefe. Seither ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen grob fahrlässiger Tötung.
Ob es tatsächlich zu einer Anklage kommt, ist noch offen. Die Zeugenbefragungen laufen derzeit, ein Abschlussbericht wird bis Ende November erwartet. Dann soll auch der Betreiber der Plattform mit den Ergebnissen konfrontiert werden.
Fest steht bereits: Der Verunglückte war alkoholisiert. Unklar ist aber, wann getrunken wurde – vor oder während der Fahrt. Auch ob es an Bord einen Ausschank oder eine Selbstversorgung gab, wird noch untersucht.
Die Plattform wurde nach dem Unfall von der Staatsanwaltschaft sichergestellt. Der Betreiber zeigte sich betroffen und sprach der Familie des Opfers sein Beileid aus. Sein Anwalt wollte sich gegenüber der "Kleinen" mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen vorerst nicht äußern.