Mordanklage zu Ottakring-Fall

Todesschüsse in Kebab-Lokal – Schütze floh mit dem Taxi

Nach den tödlichen Schüssen in einem Wiener Kebab-Lokal hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen drei Männer erhoben. Das sind die Vorwürfe.
Christian Tomsits
21.05.2026, 05:30
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Nach tödlichen Schüssen am 6. November in einem Ottakringer Kebab-Lokal liegt nun die 14-seitige Anklageschrift vor. Drei Männer (35, 36, 40) müssen sich schon bald gemeinsam vor einem Geschworenengericht verantworten. Der Schütze Ferdi B. war nach der Tat untergetaucht und wurde erst Ende Jänner in der Türkei beim Versuch Geld abzuheben geschnappt.

Zwei Bekannte (36, 40) des Schützen, die beim Treffen im Lokal dabei waren, sollen laut Anklage psychischen Tatbeitrag geleistet haben – auch ihnen droht lebenslang. Die Top-Verteidiger Michael Babic (Kanzlei Rat/Musliu), Astrid Wagner und Michael Dohr bestreiten jedoch jegliche Beteiligung ihrer Mandanten. "Meiner hat sogar g’sagt, um Gottes Willen…", so Dohr.

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Geschossen habe laut Anklage nur der 35-Jährige – und zwar mit einer um 1.500 Euro illegal "am Westbahnhof" gekaufte Beretta 92, die er zur "Aussprache" mit der Männergruppe um einen serbisch-stämmigen 55-Jährigen mitnahm, dem er nach einem krummen Kreditgeschäft "Abzocke" vorwarf.

Als Ferdi B. um 21.45 Uhr in das für seine leckere Linsensuppe bekannte Grill-Lokal stürmte, wurde gerade die Süßspeise Sütlac (türkischer Milchreis) gereicht. Ferdi B. habe laut Zeugen ("Es war voll mit Türken, Arabern oder Kurden") wutentbrannt gefragt, "ob das hier eine Hochzeit" sei. Er sei "völlig ausgerastet", woraufhin er von einem Tschetschenen (38) zum Hinterausgang gebracht wurde. Dort drückte er ab, verfehlte den 38-Jährigen noch.

Panik brach aus. Weitere Schüsse trafen schließlich den 55-jährigen Kontrahenten im Bauch und einen weiteren Tschetschenen (33) vor dem Lokal – der kräftige Kampfsportler wurde mitten ins Herz getroffen und war auf der Stelle tot.

Brisant: In einem Telefongespräch nach der Bluttat soll der aufgebrachte Schütze seiner Freundin erklärt haben, dass er "eigentlich alle" habe erschießen wollte. Die Flucht an den Bosporus begann angeblich noch am selben Abend, und zwar mit Taxis und per Anhalter. Die Waffe soll er in den Donaukanal geworfen, sie wurde nie gefunden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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