Attentat in Mekka

Todesstrafe droht – IS-Anhänger will nach Österreich

Ein Österreicher (21) sitzt nach einer Messerattacke in Mekka in saudischer Haft. Noch im Juni könnte das Urteil fallen. Ihm droht die Todesstrafe.
Newsdesk Heute
11.06.2026, 11:52
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Während die Verfahren gegen die verurteilten Taylor-Swift-Anschlagsplaner Beran A. und Arda K. noch nicht abgeschlossen sind, steht einem mutmaßlichen Komplizen in Saudi-Arabien offenbar die Urteilsverkündung bevor. Hasan E., der laut Ermittlungen Teil derselben Extremisten-Zelle war, sitzt seit mehr als zwei Jahren in einem Hochsicherheitsgefängnis. Nach Informationen des "Standard" könnte das Urteil bereits am 23. Juni fallen.

Gemeinsam mit Beran A. und Arda K. soll Hasan E. im März 2024 Anschläge in mehreren Ländern geplant haben. Während Beran A. nach Dubai und Arda K. nach Istanbul reiste, flog Hasan E. nach Mekka. Ziel sei es gewesen, durch Terrorakte Aufstände gegen die Herrscher dieser Länder auszulösen. Beran A. äußerte in einem Abschiedsvideo zudem den Wunsch, dass das Kalifat, "der Islamische Staat wiederkommt".

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Anders als seine Mitstreiter setzte Hasan E. seine Pläne um. In der al-Harām-Moschee in Mekka stach er auf einen Sicherheitsbeamten ein und verletzte weitere Personen bei seiner Festnahme.

Todesstrafe als mögliches Strafmaß

Wie der "Standard" berichtet, bestätigte das Außenministerium, dass die österreichische Botschaft in Riyadh mit Hasan E. in Kontakt steht, Haftbesuche durchführt und konsularische Unterstützung leistet. In einem Haftbesuchsformular vom 4. Mai 2026, das dem Blatt und Puls24 vorliegt, schreibt Hasan E., dass ihm die Todesstrafe drohe. Zudem soll er bereits zu Schadenersatzzahlungen von insgesamt 30.000 saudischen Riyal (rund 7.000 Euro) verurteilt worden sein.

Dem Formular zufolge leidet der 21-Jährige an Zahnschmerzen und einer gebrochenen Hand. Er teile sich mit 13 weiteren Häftlingen eine Zelle ohne Betten und Tageslicht und dürfe lediglich "Fünf Minuten pro Woche Tageslicht" im Außenbereich verbringen.

Kaum Chancen auf Überstellung

Hasan E. erkundigte sich laut Protokoll auch nach einer möglichen Überstellung nach Österreich. Der Völkerrechtler Ralph Janik hält eine Rückkehr jedoch für wenig wahrscheinlich. Österreich könne sich zwar für ein faires Verfahren einsetzen und gegen eine Hinrichtung auftreten.

"Wir haben die Todesstrafe abgeschafft und verachten sie", sagt Janik. "Die Saudis dürfen sie umsetzen, sie haben keine internationalen Verträge unterzeichnet, die das verbieten, aber aus diplomatischer Sicht gilt für uns: Wenn seine Rechte verletzt werden, werden auch Österreichs Rechte verletzt."

Eine Überstellung würde ihn hingegen "überraschen". Wahrscheinlicher sei: "Er wird in Saudi-Arabien ewig lang eingesperrt, hat kein schönes Leben, wird aber nicht hingerichtet."

Saudi-Arabien vollstreckte im vergangenen Jahr 356 Hinrichtungen und damit so viele wie nie zuvor. Auch heuer wurden bereits mehr als zwei Dutzend Menschen hingerichtet, darunter ausländische Staatsangehörige.

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