Elisabeth B. hat eine lange Liste an Klagen über ihr Wohnheim. Sie lebt seit drei Jahren im Haus Gustav Klimt, einem Pensionistenheim in Wien-Penzing. In letzter Zeit, so schildert es die Frau, nimmt ein "Sparprogramm" überhand, sie muss sich über vieles ärgern.
"Nicht einmal das Klopapier kann ich mehr verwenden – es ist zu dünn!", klagt sie als erstes, "damit kann man höchstens Staubwischen." Jetzt muss sie sich das auch noch extra kaufen von ihren 200 Euro, die ihr pro Monat zum Leben bleiben.
Das Leben im Heim hat seinen Preis: Elisabeth B. zahlt 1.507 Euro pro Monat, "aber das ist ein verbilligter Preis". Einer ihrer Nachbarn muss knapp 3.000 Euro ablegen, "der bekommt dennoch das Gleiche wie ich", sagt sie.
Auch Portionen beim Essen seien deutlich kleiner geworden, "ich musste mich aufregen, damit ich einen Nachschlag bekomme." Und: "Jetzt gibt es als Nachspeise oft Joghurt in einer Schüssel – das interessiert mich nicht!" Früher, so die Bewohnerin, habe es "Feineres gegeben, kleine Gugelhupfe mit Marzipan", etwa.
Wir haben "Häuser zum Leben", den Betreiber des Seniorenhauses gefragt, warum das so ist. Zum Toilettenpapier heißt es: "Anpassungen im Einkauf – etwa bei Verbrauchsmaterialien – erfolgen im Rahmen regulärer Ausschreibungen und stets mit dem klaren Grundsatz, dass Pflegequalität, Betreuung und Lebensqualität unserer Bewohner nicht beeinträchtigt werden."
Zum Angebot beim Essen: "Bewohner können aus drei Menüs wählen, Nachschlag ist selbstverständlich möglich." Und, "insbesondere an Sonntagen", gebe es auch Kuchen.
Die Beschwerden der Bewohnerin gehen allerdings weiter: "Ich hatte eine Lungenentzündung und brauchte Medikamente." Man sagte ihr, dass nur mehr einmal pro Woche ein Mitarbeiter für die Bewohner aus der Apotheke etwas holen könne. Elisabeth B. beschwerte sich beim Direktor, bis schlussendlich jemand doch ihre Arznei besorgte. "Früher ist täglich jemand gegangen, das sind alles Auswirkungen der Einsparungen", sagt sie.
Die Betreiber widersprechen dieser Kritik: "Rezepte können während der Öffnungszeiten in der hausinternen Ambulanz abgegeben werden und werden in der Regel noch am selben Tag ins Haus (bis etwa 16:30 Uhr) geliefert."
Elisabeth B. würde ja selbst zur Apotheke gehen, dann hätte sie einige Sorgen weniger. Doch sie leidet an COPD, einer Lungenerkrankung, sie schafft den Weg bergauf nicht mehr.