Mit 65 Jahren ist noch lange nicht Schluss! Wiens Dompfarrer Toni Faber hat für seine Pension im kommenden Jahr bereits große Pläne. Statt sich zur Ruhe zu setzen, will der bekannte Geistliche künftig mithilfe Künstlicher Intelligenz Menschen erreichen. Sein digitales Ebenbild hat sogar schon einen Namen: "Fabertar".
"Ich gehe nächstes Jahr in Pension, aber als KI-Priester mache ich weiter", verkündete Faber auf Instagram. In einem Video zeigt sich der Dompfarrer beim Gang durch den Wiener Stephansdom, beim Händeschütteln und beim Entzünden von Kerzen.
Dabei war der Geistliche gegenüber Künstlicher Intelligenz zunächst skeptisch. "Ich habe bisher großen Respekt vor der KI gehabt", gesteht er. Mittlerweile sieht er darin aber eine große Chance: "Das eröffnet viele Chancen, Menschen zu erreichen, die ich sonst nie erreichen könnte."
Vor allem bei Begräbnissen soll sein digitaler Doppelgänger künftig zum Einsatz kommen. Während Faber selbst neben Latein nur ein wenig Englisch und Italienisch spricht, könnte sein KI-Ebenbild Menschen in bis zu 30 Sprachen erreichen.
Die Grundlage für das Projekt liefern zahlreiche filmisch festgehaltene Begräbnisreden des Dompfarrers. Aus diesen Aufnahmen soll ein digitaler Toni Faber entstehen, der künftig bei Trauerfeiern eingesetzt werden kann.
Die Idee dahinter: Menschen könnten bereits zu Lebzeiten selbst bestimmen, was bei ihrem Begräbnis gesagt werden soll. Dafür sollen sich frühere Reden Fabers individuell zusammenstellen lassen. Die fertige Trauerrede könnte dann entweder ein menschlicher Trauerredner übernehmen oder der "Fabertar" selbst vortragen.
Einen echten Geistlichen ersetzen soll die künstliche Version laut "Kurier" allerdings nicht. "Ein Avatar kann keinen Priester ersetzen, aber ein ergänzendes Angebot darstellen", stellt Faber klar. Für Faber steht vor allem der würdevolle Abschied im Mittelpunkt. "Wenn der Fabertar hilft, etwa eine Begräbnisfeier würdiger zu gestalten, dann soll es mir recht sein", erklärt er.