Außer Kontrolle

Tonnenschwere SpaceX-Rakete schlägt auf dem Mond ein

Mit 8.700 km/h rast eine ausgediente Oberstufe unkontrolliert durchs All. Bald wird Elon Musks Weltraumschrott auf dem Mond einschlagen.
Roman Palman
20.07.2026, 14:55
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Am 5. August, gegen 8.35 Uhr österreichischer Zeit, wird eine ausgediente Rakete unkontrolliert auf dem Mond einschlagen. Es handelt sich dabei um die vier Tonnen Oberstufe einer "Falcon 9" von SpaceX, die mit einer Geschwindigkeit von 2 Kilometern pro Sekunde durchs All trudelt.

Laut NASA-Aussage ist sie ein Überbleibsel jener Mission, die am 15. Jänner 2025 die beiden Mondlander "Blue Ghost" des US-Unternehmens Firefly Aerospace und "Resilience" des japanischen Start-Ups ispace transportiert hatte.

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Nach aktueller Einschätzung wird Elon Musks Weltraumschrott in der Nähe des Einstein-Kraters auf die Oberfläche auftreffen. Ein weiterer möglicher Einschlagort ist der Bell-Krater. Ersterer ist von der Erde aus gerade noch zu sehen, letzterer jedoch bereits hinter dem Mondhorizont.

Der erwartete Einschlagpunkt ist auf dieser Grafik mit einem türkisblauen Fadenkreuz markiert. Von der Erde aus gesehen befindet er sich nahe am Rand des Mondes, auf der sonnenbeschienenen Seite.
Project Pluto

Der Aufprallblitz und die daraus resultierende Staubwolke sind somit möglicherweise von der Erde aus sichtbar. Spannende Aussichten für Astrophysiker: "Dieses Ereignis bietet die Gelegenheit, den Aufprall eines künstlichen Objekts in Echtzeit aufzuzeichnen", schreiben Seismologe und Planetenwissenschaftler Benjamin Fernando und Kollegen.

Allerdings gibt es noch einige Unklarheiten, wie gut das Ereignis wirklich sichtbar sein wird. NASA-Manager William Cooke dämpft die Erwartungen: "Ich denke, [der Aufprallblitz] wird sehr, sehr schwer zu sehen sein, wenn nicht unmöglich."

Aber: Der Einschlag der Oberstufe wird nicht nur einen Lichtblitz auslösen, sondern auch riesige Mengen an Regolith – Mondstaub – aufwirbeln. "Das Material wird aus dem Krater herausgeschleudert und von der Sonne beleuchtet. Wenn dies nahe genug am Mondrand geschieht, könnte diese aufsteigende Staubwolke möglicherweise zu sehen sein", fügt er hinzu.

Schwierige Bestimmung

Ähnlich sieht das auch Mondbeobachtungsspezialist Brian Gray. Er ermutigt alle Hobby- und Amateur-Astronomen, eine Beobachtung zu versuchen: "Wenn du Zeit und den nötigen Beobachtungswinkel hast, könnte es sich lohnen, mal einen Blick darauf zu werfen".

Der genaue Aufprallort der Oberstufe lässt sich aber erst wenige Tage vor dem Ereignis präzisieren. Beste Chancen haben jene, die in der östlichen Hälfte der USA und Kanadas sowie in weiten Teilen Südamerikas daheim sind. In diesen Regionen wird der Mond noch während der Dunkelheit über dem Horizont stehen.

Grays Arbeit im Rahmen des "Project Pluto" hatte die Öffentlichkeit erst auf den bevorstehenden Einschlag aufmerksam gemacht. Für ihn ist der Einschlag aber nicht nur ein mit Spannung erwartetes Ereignis, sondern auch eine vielfältige Mahnung. Er verdeutliche "eine gewisse Nachlässigkeit bei der Entsorgung ausgedienter Weltraumausrüstung", sagt er gegenüber "Space.com".

Und es zeige auch, dass selbst der Mond eine dynamische Umgebung ist: "Wir stellen ihn uns als statisch vor. Das ist er aber nicht. Er wird ständig getroffen. Er verändert sich".

{title && {title} } rcp, {title && {title} } 20.07.2026, 14:55