Als die Kontrolleure den Hof betraten, bot sich ihnen ein verstörendes Bild: Ihnen stachen tote Tiere ins Auge, mangelhafte Zustände und sofortiger Handlungsbedarf. Ein landwirtschaftlicher Betrieb nördlich von St. Pölten steht erneut im Fokus der Behörden.
Ende Februar führten Polizei, Amtstierärzte und Juristen eine umfassende Kontrolle durch. Dabei wurden laut Bezirkshauptmann Josef Kronister im Bereich der Schweinehaltung mangelhafte Haltungsbedingungen festgestellt. Welche konkreten Mängel vorlagen, wurde nicht im Detail ausgeführt. Klar ist jedoch: Die Situation war ernst genug für ein sofortiges Eingreifen. Die Schweine wurden "an einen geeigneteren Standort" gebracht, heißt es.
Besonders brisant: Auf dem Gelände wurden auch mehrere tote Tiere entdeckt. Ein Schwein und sechs Schafe wurden bereits tot und verwesend aufgefunden. Die genaue Todesursache konnte laut Behörden nicht mehr festgestellt werden. Allerdings sei der Betreiber "seiner Verpflichtung zur ordnungsgemäßen Verbringung zur Tierkörperverwertung nicht zeitgerecht nachgekommen", hieß es von der Behörde gegenüber "ORF NÖ".
Andere Tiere auf dem Hof wie Rinder und Pferde galten nicht als akut gefährdet. Dennoch wird der Bestand weiter reduziert. Einige Tiere wurden bereits an private Abnehmer übergeben. Zudem sei die Zahl der Tiere in den vergangenen Jahren laut Behörde "nachweislich laufend verringert" worden.
Der Betrieb ist den Behörden nicht unbekannt. Schon früher waren Missstände festgestellt worden. 2023 wurde gegen den Eigentümer ein Tierhalteverbot verhängt, das inzwischen auch vom Verwaltungsgerichtshof bestätigt wurde. Trotz Kooperation des aktuellen Eigentümers prüft die Behörde nun weitere Schritte. Es erfolge eine strafrechtliche Beurteilung des Sachverhaltes, heißt es in "ORF NÖ".