"Barbarisch"

Touristen-Magnet erwägt Eintrittsgebühr von 50 (!) Euro

Die Lagunenstadt plant eine drastische Erhöhung der Tagesgebühr. Kurzentschlossene Venedig-Besucher sollen künftig bis zu 50 Euro zahlen.
Newsdesk Heute
19.06.2026, 12:16
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Venedig verschärft den Kampf gegen den Massentourismus. Die weltberühmte Lagunenstadt denkt laut Medienberichten über eine massive Anhebung der Zugangsgebühr für Tagesgäste nach. Statt bisher fünf bis zehn Euro könnten Besucher an besonders stark frequentierten Tagen künftig bis zu 50 Euro bezahlen müssen.

Vorangetrieben wird der Plan vom neuen Bürgermeister Simone Venturini. Die Maßnahme ist Teil seines Wahlprogramms. Damit sollen einerseits die Besucherströme besser gelenkt, andererseits die hohen Kosten des Tagestourismus finanziert werden.

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Schon jetzt gibt es Gebühr

Nach den aktuellen Überlegungen sollen Touristen bei frühzeitiger Reservierung rund 30 Euro zahlen. Wer seinen Besuch erst kurzfristig anmeldet, müsste tief in die Tasche greifen und bis zu 50 Euro entrichten. In den kommenden Wochen will Venturini dazu Gespräche mit den zuständigen Ministerien in Rom führen.

Die Stadt kassiert bereits seit dem Vorjahr eine Zugangsgebühr für Tagesgäste. Die Einnahmen stiegen dabei deutlich an. Während 2024 rund zwei Millionen Euro eingenommen wurden, waren es 2025 bereits etwa 5,5 Millionen Euro.

"Barbarisch"

Unterstützung bekommt der Bürgermeister von Teilen der Wirtschaftsverbände. Sie fordern sogar, die Abgabe das ganze Jahr über einzuheben. Die Opposition hält davon allerdings wenig. Der Senator Andrea Martella von der Demokratischen Partei sprach sich für die Abschaffung der Gebühr aus und fordert stattdessen bessere Konzepte zur Lenkung der Touristenströme.

Besonders scharf fällt die Kritik des früheren Bürgermeisters Massimo Cacciari aus. Eine Eintrittsgebühr für eine Stadt sei "barbarisch" und "unzivilisiert". Niemand solle für den Zugang zu einer Stadt zahlen müssen wie für den Eintritt in ein Museum, argumentiert er.

Auch Verfassungsexperten sehen die Pläne kritisch. Während zehn Euro noch als vertretbare Zugangsabgabe gelten könnten, werfe ein Betrag von 50 Euro rechtliche Fragen auf. Kritiker befürchten, dass dadurch die in der italienischen Verfassung garantierte Freizügigkeit eingeschränkt werden könnte.

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