Keyless-System gehackt

BMW in Venedig geknackt – Versicherung glaubt's nicht

Ein Urlauber verliert Wertgegenstände aus seinem BMW bei Venedig. Die Versicherung verweigert zunächst die Zahlung – wegen fehlender Einbruchsspuren.
Newsdesk Heute
26.05.2026, 21:12
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Für Otto Schwab (67) wurde die Fahrt ins geliebte Italien zum Albtraum. Gemeinsam mit seiner Frau war er Ende Jänner mit vollgepacktem Auto unterwegs zu ihrem Ferienhaus. Kurz vor Venedig legte das Paar auf einem Parkplatz eine Pause ein, um mit dem Hund spazieren zu gehen.

Als sie nach rund 20 Minuten zurückkehrten, folgte der Schock: Der BMW war ausgeräumt.

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Wertgegenstände wie Tablet, Fotoapparat und Musikanlage waren spurlos verschwunden.

Auffällig dabei: Weder die Scheiben noch die Türen wiesen sichtbare Schäden auf. "Ich vermute, dass das Auto elektronisch aufgebrochen wurde", schildert Schwab der "TZ".

So knacken dreise Diebe das Keyless-System von Autos (Symbolbild)
IMAGO/Jam Press

Besonders verdächtig erscheint ihm ein Volvo mit zwei Männern, der unmittelbar neben seinem Wagen parkte – obwohl auf dem Parkplatz reichlich freie Stellplätze vorhanden waren.

Keyless-System als Schwachstelle

Beim ADAC ist das Problem bekannt: Viele moderne Autos verfügen über ein Keyless-Zugangssystem, das das Fahrzeug automatisch entsperrt, sobald sich der Schlüssel in der Nähe befindet.

Diese Systeme lassen sich jedoch mit speziellen Geräten von Dieben leicht knacken. Laut ADAC-Tests sind nur 15 Prozent der 800 untersuchten Modelle dagegen ausreichend geschützt.

Wie die "TZ" berichtet, vermutet Schwab, dass sein Auto elektronisch geöffnet wurde. Obwohl es keine Einbruchsspuren gab, zeigte das Tracking seines iPads an, dass die gestohlenen Sachen inzwischen an einem Hafen waren.

Die örtliche Polizei konnte wegen fehlender Kapazitäten nicht eingreifen. Schwabs Hausratversicherung verweigerte zunächst die Zahlung, da kein Aufbruch nachweisbar war.

Versicherung lenkt nach Nachweis ein

Um den Diebstahl nachzuweisen, ließ Schwab bei BMW den Fehlerspeicher seines Fahrzeugs auslesen. Das Ergebnis bestätigte, dass das Auto korrekt abgeschlossen war.

Daraufhin zahlte die Versicherung einen Teilbetrag: Schwab erhielt etwa 4.200 Euro – nur rund drei Prozent der Versicherungssumme von 140.000 Euro. Der Neuwert der gestohlenen Gegenstände lag allerdings bei 11.000 Euro.

Schwab will künftig vorsichtiger sein und verdächtige Situationen meiden, etwa wenn ein anderes Auto auffällig nahe neben ihm hält.

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