Mit Rang neun hat Gritsch beim ersten Rennen der neuen Saison so richtig aufgezeigt. Die Tirolerin klassierte sich bei ihrem Heimspiel auf dem Rettenbachferner als einzige rot-weiß-rote Läuferin in den Punkten und bewahrte Österreichs Skiverband vor einem Debakel, das es zuletzt 2024 gegeben hatte.
Für Gritsch ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Und das beste Weltcup-Ergebnis seit März 2024 – damals landete sie im Aare-Riesentorlauf ebenso auf dem neunten Platz. Damit wird es wohl auch bei der Startnummer weiter nach vorne gehen. In Sölden musste Gritsch noch mit der 29 fahren.
"Für mich gilt die Devise Step by Step. Ich will mich schrittweise vorarbeiten, Spaß am Skifahren haben und mein Ding durchziehen", meinte Gritsch noch nach dem ersten Lauf, war durchaus zufrieden mit dem Ergebnis.
Dabei geht Gritsch ihren ganz eigenen Weg. Seit Dezember 2023 betreibt die Tirolerin ein Privatteam. Mit ihrem Freund und Coach Florian Stengg. Der hatte zunächst für den ÖSV gearbeitet, auch Gritsch trainiert. Nach dem Bekanntwerden ihrer Beziehung sollte der Trainer abgezogen werden, die Tirolerin wehrte sich dagegen und gründete ihr Privatteam. "Wir haben schon viel zu tun, wenn es einen Helfer gibt, dann sehr gerne", hatte die 29-Jährige nun im ORF gelacht. Das Sommer-Trainingslager in Neuseeland hatte sie sich selbst finanzieren müssen. "Bei der Zusammenarbeit mit dem ÖSV ist jetzt auch ein bisschen Ruhe eingekehrt", erzählte Gritsch.
Stengg, der Mann an ihrer Seite, vereint derweil gleich mehrere Rollen in einer Person. Er ist nicht nur Lebensgefährte, sondern auch Trainer und Servicemann, also auch für das Präparieren der Ski verantwortlich. "Es braucht halt eine gute Organisation, muss alles ein bisschen schneller vonstattengehen. Wir versuchen, jeden Schritt zu optimieren. Dann geht es sich schon aus, dass man es gewissenhaft macht. Es sind aber schon lange Tage", meinte Stengg vor dem zweiten Durchgang dann zu seinem umfangreichen Aufgabengebiet.
Ehe eine Liebeserklärung an die ÖSV-Topläuferin folgte. "Natürlich ist es viel Arbeit. Aber man tut es für einen Menschen, den man liebt", so Stengg. "Und dann ist man imstande, es so zu machen. Und dann passt es", meinte der Gritsch-Freund.