"Toni's Freilandeier": Diese Marke dürfte jedem ein Begriff sein. Nun herrscht jedoch große Trauer, denn der Gründer und Pionier der Freilandhaltung von Hühnern in Österreich Toni Hubmann ist im Alter von 68 Jahren verstorben.
Bereits im Jahr 1987 übernahm Hubmann die elterliche Landwirtschaft im steirischen Glein bei Knittelfeld. Dort befreite er die Hühner sofort aus den Legebatterien und entwickelte die Freilandhaltung neu, würdigt der Verein gegen Tierfabriken (VGT) ihren langjährigen Wegbegleiter.
Demnach hatte er seine Hühnerweide bepflanzt und für Schlechtwetter einen Wintergarten mit Tränke, Sandbad sowie Sitzstangen entwickelt. Zudem schaffte der Steirer das Schnabelkupieren ab und bot seinen Tieren Nester mit natürlicher Einstreu zum Eierlegen an. Daraus entstand dann auch die Marke "Toni's Freilandeier".
Dafür konnte Hubmann zusätzlich zu seinen 5 Stallungen mit je nur 3.000 Hühnern noch weitere 150 Betriebe mit 400.000 Hühnern gewinnen. Des Weiteren kamen bei ihm auf 50 Hühner ein Hahn. Die Brüderhähne ließ er als Küken nicht vergasen. Auch den Weg für das Legebatterieverbot habe der Steirer geebnet.
Auch VGT-Obmann Martin Balluch erinnerte sich an Hubmann, mit dem er über 20 Jahre zusammengearbeitet habe. Ihm zufolge brachte der Steirer stets seine Expertise ein und zeigte Alternativen für die Hühnerhaltung auf, was ihm in der Branche auch Feinde bereitete. Im Jahr 1990 sei Hubmann an der Gründung der Kontrollstelle für artgemäße Nutztierhaltung beteiligt gewesen. Zudem entwickelte er mit dem VGT und anderen Tierschutzorganisationen das Gütesiegel "Tierschutz geprüft" für Legehennen.
Hubmann habe mehr als die Hälfte seiner Stallplätze Projekten zur Verbesserung der Legehennenhaltung gewidmet. Dabei habe er "leider die wirtschaftliche Seite seines Betriebes aus den Augen verloren", so Balluch. Vor ungefähr zehn Jahren ging Hubmann nämlich bankrott. Danach sei es still um den Steirer geworden.
Hubmann verstarb am 28. August. Er werde dem Tierschutz "als aufgeschlossener Landwirt, dem seine Tiere wirklich am Herzen lagen und der unglaubliche Pionierarbeit geleistet" hat, in Erinnerung bleiben. Balluch beschreibt seinen Weggefährten als "menschlich sehr warmherzig" und mutig. So sei Hubmann "für das Richtige" und "gegen mächtige Interessen" aufgetreten.