Kartenzahlung im Fokus

Trinkgeld-Falle im Lokal – so wirst du manipuliert

Beim Kartenzahlen werden Gäste laut Verbraucherschützern mit Tricks zu mehr Trinkgeld gedrängt. So soll man reagieren:
Newsdesk Heute
25.08.2026, 15:19
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Stress, wartende Gäste, neugierige Blicke des Personals und manipulative Designs – sogenannte "Dark Patterns" – bei den Geräten: All diese Faktoren können Lokalbesucher, die mit Karte zahlen, dazu bringen, mehr Trinkgeld zu geben, als sie eigentlich wollen.

Davor warnen Verbraucherschützer in Österreich. So kritisiert Gabriele Zgubic, Leiterin der Abteilung Konsumentenpolitik der Arbeiterkammer Wien, gegenüber dem "Kurier", dass Kunden oft vorgegebene Auswahlmöglichkeiten auf den Geräten angezeigt werden. Diese reichen oft von 10 bis 20 Prozent.

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Möglichkeit zum Ablehnen nicht klar sichtbar

Meistens würden sich Gäste dann dazu veranlasst sehen, nicht den geringsten Prozentbetrag zu wählen, sondern das Mittelding von 15 Prozent. Zudem gebe es oft auch keine klar sichtbare Möglichkeit zum Ablehnen von Trinkgeld. Bei manchen Geräten würde diese erst nach zusätzlichen Klicks erscheinen, hier sehen Konsumentenschützer ein Problem.

Fakt ist, dass die Arbeiterkammer nur wenige Beschwerden wegen der Trinkgeldoptionen erhält, dennoch bedeute dies nicht, dass sich die Kunden nicht ärgern würden, betont Zgubic. Sie stellt klar, dass es keine Pflicht oder einen vertraglichen Anspruch auf Trinkgeld gibt. Die Höhe des Trinkgeldes sollte der Gast selbst festlegen dürfen. Wie sehr Kunden manipuliert werden, zeigt eine aktuelle Studie aus Deutschland.

Deutsche Behörden schritten ein

Demnach hätten im Nachbarland 64 Prozent der Befragten angegeben, dass sie durch vorgefertigte Vorschläge auf Bezahlgeräten schon dazu bewegt wurden, mehr Trinkgeld zu geben, als ursprünglich gewollt. Ein Problem, welches bereits die deutschen Behörden beschäftigte.

So wurden mehrere Filialen der Coffeeshop-Kette Starbucks im Mai von der Verbraucherzentrale Brandenburg abgemahnt. Grund war eben die Manipulation von Kunden durch Bezahlgeräte. So musste das Unternehmen die Darstellung an den Terminals ändern. Laut der Chefin des deutschen Verbraucherzentrale-Bundesverbands, Ramona Pop, müssen Gäste eine klare Möglichkeit zum Ablehnen haben und selbst über die Höhe des Trinkgeldes entscheiden können.

So sollen Kunden reagieren

Auch hierzulande hätten die Abmahnungen aus Deutschland eine "Signalwirkung" gehabt, sagt Zgubic. Sollte sich in Österreich nichts ändern, rät sie Gästen selbstbewusst zu sein und sich zu nichts drängen zu lassen. An die Gastronomen appelliert die Konsumentenschützerin, sich zu überlegen, ob dies die richtige Methode sei, um mehr Trinkgeld zu erhalten. Möglicherweise könnte man dadurch Gäste verärgern und sie so vertreiben.

Ähnlich sieht die Lage auch der Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich. Obmann Alois Rainer meinte zum "Kurier", dass Gäste frei und ohne Druck über die Höhe des Trinkgeldes entscheiden sollten. Gerade im digitalen Bereich seien hier Transparenz und Ausgewogenheit wichtig. Verbote oder zusätzliche Bürokratie lehne Rainer allerdings ab.

Des Weiteren würde viele Kunden auch beschäftigen, ob das gegebene Trinkgeld auch tatsächlich bei den Servicekräften ankommt. Seit Jahresbeginn ist hier eine Neuregelung in Kraft, wonach Beschäftigte ein Recht darauf haben, zu erfahren wie viel digitales Trinkgeld sie erhalten haben. Für die Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus der Gewerkschaft Vida, Eva Eberhart, ist dies ein "klarer Erfolg". Nur so können Kellner und Kellnerinnen sicherstellen, dass ihnen das Trinkgeld auch gänzlich zugutekommt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 25.08.2026, 15:23, 25.08.2026, 15:19