734 Todesopfer bestätigt

Trump droht Iran wegen Hinrichtungen von Demonstranten

Nach massiver Gewalt gegen Demonstrierende im Iran droht US-Präsident Trump mit entschlossenen Maßnahmen und warnt vor weiteren Hinrichtungen.
Newsdesk Heute
14.01.2026, 08:11
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US-Präsident Donald Trump hat den Iran davor gewarnt, festgenommene Demonstranten hinzurichten, und eine harte Reaktion der USA angekündigt. "Wir werden sehr entschlossene Maßnahmen ergreifen, wenn sie so etwas tun", sagte Trump am Dienstag im Interview mit dem Sender CBS News. Die iranische Regierung wirft Washington indes vor, nur einen Vorwand für ein militärisches Eingreifen im Iran schaffen zu wollen. Auf neuen Videos in Onlinediensten sind dutzende Leichensäcke vor einer Leichenhalle südlich von Teheran zu sehen.

"Wenn sie anfangen, tausende Menschen zu töten, und jetzt erzählen Sie mir von Hinrichtungen, wir werden sehen, wie sich das für sie auswirkt", sagte Trump weiter. Die Staatsanwaltschaft in Teheran hatte zuvor angekündigt, gegen einige der bei den jüngsten Protesten festgenommenen "Unruhestifter" die Todesstrafe zu verhängen. Im vergangenen Jahr wurden laut der norwegischen Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) im Iran mindestens 1.500 Menschen hingerichtet.

Teheran wirft den USA in Reaktion auf Trumps Aussagen vor, einen Vorwand für eine militärische Intervention schaffen zu wollen. Die US-Politik gegenüber Teheran basiere auf "Regimewechsel", wobei "Sanktionen, Drohungen, künstlich geschürte Unruhen und Chaos" als Mittel eingesetzt würden, "um einen Vorwand für eine militärische Intervention zu schaffen", erklärte die iranische UNO-Botschaft am Dienstag im Onlinedienst X.

734 Todesopfer bestätigt

Im Iran gehen die Behörden mit großer Härte gegen eine Protestwelle vor, die sich vor mehr als zwei Wochen wegen der schlechten Wirtschaftslage entzündet hat und mittlerweile zu einer landesweiten Bewegung gegen die Regierung geworden ist. Laut Iran Human Rights (IHR) wurden bisher mindestens 734 Todesopfer bestätigt.

Diese Zahl beruht laut IHR aber nur auf Informationen aus weniger als der Hälfte der Provinzen und weniger als zehn Prozent der iranischen Krankenhäuser. "Die tatsächliche Zahl der Getöteten dürfte in die Tausende gehen", sagte IHR-Chef Mahmood Amiry-Moghaddam. Iranische Staatsmedien berichten, dass dutzende Sicherheitskräfte von "Unruhestiftern" getötet worden seien. Für Mittwoch ist in Teheran ein Massenbegräbnis der "Märtyrer" angekündigt.

"Protestiert weiter - übernehmt eure Institutionen"

Die Überprüfung der Berichte über Tötungen wird durch die anhaltende Internetsperre im Iran erschwert. Neue Videos, deren Standorte von der Nachrichtenagentur AFP überprüft wurden, zeigen dutzende Leichensäcke vor einer Leichenhalle in Kahrisak, südlich von Teheran. In den Aufnahmen suchen verzweifelte Menschen nach ihren Angehörigen.

Das US-Außenministerium teilte im Onlinedienst X mit, dass die erste Hinrichtung eines iranischen Demonstranten für Mittwoch geplant sei. Der 26-Jährige werde "nicht der letzte" Demonstrant sein, den die Behörden hinrichten, so das Ministerium auf Farsi. Mehr als 10.600 Menschen seien bisher festgenommen worden. Amnesty International forderte Teheran auf, alle Hinrichtungen sofort zu stoppen.

Trump hatte zuvor die Menschen im Iran indirekt zum Sturz des Mullah-Regimes aufgerufen: "Protestiert weiter - übernehmt eure Institutionen", schrieb er auf Truth Social an die "iranischen Patrioten". "Hilfe ist unterwegs", fügte er hinzu. Alle Treffen mit iranischen Vertretern habe er abgesagt, "bis das sinnlose Töten von Demonstranten aufhört", so Trump.

25 Prozent Zoll für alle die mit Teheran handeln

Wegen der Gewalt gegen Demonstranten drohte Trump der iranischen Führung in den letzten Tagen mehrmals mit militärischen Mitteln. Am Montag verhängte er Strafzölle gegen alle Handelspartner des Iran. Wer mit Teheran Geschäfte macht, muss laut Trump 25 Prozent Zoll auf alle Waren im Handel mit den USA zahlen.

Laut Weißem Haus zieht Trump weiterhin einen Militäreinsatz im Iran in Betracht. Luftangriffe seien "eine der vielen, vielen Optionen", sagte seine Sprecherin Karoline Leavitt. Diplomatie sei aber "immer die erste Option für den Präsidenten".

Die Witwe des letzten Schahs rief unterdessen die Sicherheitskräfte im Iran auf, sich mit den Demonstrierenden zu solidarisieren. "Hört die Schreie des Zorns und der Wut der Demonstrierenden. Schließt euch euren Brüdern und Schwestern an, bevor es zu spät ist", erklärte die 87-jährige Farah Pahlavi.

Ihr Sohn Reza Pahlavi, der in den letzten Wochen zur Symbolfigur der Opposition geworden ist, forderte die iranische Armee auf, die Proteste nicht weiter zu unterdrücken. "Ihr seid die nationale Armee des Iran, nicht die Armee der Islamischen Republik", erklärte der Schah-Sohn.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 14.01.2026, 08:26, 14.01.2026, 08:11
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