UNO-Alternative?

Trump-Friedensrat: Dauersitz für 1 Milliarde Dollar

Trumps Friedensrat soll den Wiederaufbau im Gazastreifen begleiten, doch ein veröffentlichter Charta-Entwurf enthüllt nun brisante Details.
Lara Heisinger
19.01.2026, 21:06
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Ein neues Trump-Gremium, das eigentlich den Übergang im Gazastreifen begleiten soll, könnte deutlich größer werden: Laut einem Charta-Entwurf können sich Staaten einen Dauersitz sichern, allerdings nur gegen eine Milliarde US-Dollar binnen eines Jahres, berichtet "Time".

Mehrere Medien berichten über das Dokument, den vollständigen Text veröffentlichte die "Times of Israel". Demnach ist die reguläre Mitgliedschaft zunächst auf drei Jahre angelegt – unbefristet bleibt man nur, wenn das Land innerhalb eines Jahres eine Milliarde US-Dollar in den Etat des Rats einzahlt.

UNO-Alternative?

Unklar ist, wie die Beiträge konkret eingesetzt werden. Laut "Washington Post" laufen in Europa demnach Gespräche über Trumps Pläne, die offenbar über Gaza hinaus reichen könnten. Gleichzeitig gebe es wenig Bereitschaft, ein Konstrukt massiv zu finanzieren, das als Trump-geführte Alternative zur UNO verstanden werden könnte.

Bisher war das Konzept vor allem als Teil der zweiten Phase von Donald Trumps Gaza-Plan gedacht: dauerhaftes Kriegsende und eine Entwaffnung der Hamas – was diese ablehnt. Der Rat soll dabei die neue Übergangsregierung im Küstenstreifen beaufsichtigen.

Gaza nicht ausdrücklich erwähnt

Brisant: Der veröffentlichte Entwurf erwähnt Gaza nicht ausdrücklich, obwohl die US-Regierung sagt, das Gremium "wird den Rahmen festlegen und die Finanzierung für den Wiederaufbau des Gazastreifens übernehmen".

Im Text wird der Rat stattdessen als "eine internationale Organisation, die sich für die Förderung von Stabilität, die Wiederherstellung einer verlässlichen und rechtsstaatlichen Regierungsführung und die Sicherung eines dauerhaften Friedens in von Konflikten betroffenen oder bedrohten Gebieten einsetzt" beschrieben.

Zuletzt nannte das Weiße Haus Gründungsmitglieder wie US-Außenminister Marco Rubio, den US-Sondergesandten Steve Witkoff, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der frühere britische Premier Tony Blair und Weltbank-Präsident Ajay Banga.

Trump als Vorsitz angeführt

Im Charta-Entwurf ist festgelegt, dass Trump den Vorsitz führt und nur von ihm eingeladene Staats- und Regierungschefs Mitglieder werden können. Änderungen am Dokument seien mit Zwei-Drittel-Mehrheit möglich – zusätzlich brauche es die Bestätigung des Vorsitzenden. Trump, als erster Vorsitzender, würde auch die Gelder verwalten.

Außerdem: Der Friedensrat löse sich unter anderem zu dem Zeitpunkt auf, "den der Vorsitzende für notwendig oder angemessen hält".

Einladungen an Putin und Merz

Über das Wochenende sollen rund 60 Staats- und Regierungschefs eine Einladung erhalten haben, darunter Kreml-Chef Wladimir Putin und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz. Ungarns Premier Viktor Orbán und Argentiniens Präsident Javier Milei veröffentlichten ihre Einladungen.

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