Nachbar steigt aus

Tschechien ist weg! So viel kostet Österreich der ESC

Tschechien sagt den Eurovision Song Contest 2027 aus finanziellen Gründen ab. Österreich ist in Burgas hingegen fix dabei.
Heute Entertainment
06.10.2026, 13:37
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Während in Tschechien der Sparstift angesetzt wird, steht für Österreich fest: Der ORF wird auch 2027 einen Act zum Eurovision Song Contest schicken. Am 11., 13. und 15. Mai geht es in Burgas um den nächsten ESC-Sieg.

Gratis ist das natürlich nicht.

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Wie viel der ORF für eine normale Teilnahme tatsächlich bezahlt, wird öffentlich nicht detailliert aufgeschlüsselt. Klar ist allerdings: Zwischen den Millionen-Ausgaben als Gastgeber 2026 und einer gewöhnlichen Teilnahme in Bulgarien liegen Welten.

Ein erster großer Kostenpunkt ist die Teilnahmegebühr an die EBU. Diese ist nicht für jedes Land gleich hoch. Unter anderem spielen Größe und finanzielles Gewicht der jeweiligen Rundfunkanstalt eine Rolle. Einen Anhaltspunkt liefert Deutschland: Für den ESC 2026 wurden dort rund 507.000 Euro allein an Teilnahmegebühr fällig.

Österreich dürfte aufgrund des wesentlich kleineren Marktes deutlich darunter liegen. Eine Größenordnung von etwa 150.000 bis 250.000 Euro erscheint anhand der bekannten Gebühren anderer Länder plausibel.

Wichtig: Dabei handelt es sich um eine Hochrechnung, nicht um eine vom ORF bestätigte Summe.

Dann wird es erst richtig teuer

Mit der Überweisung an die EBU ist es nämlich längst nicht getan. Der österreichische Beitrag muss produziert und für die riesige ESC-Bühne inszeniert werden.

Dazu kommen unter anderem Kosten für Bühnenbild, Requisiten, Kostüme, technische Umsetzung und Proben. Je nachdem, wie aufwendig Österreich seinen Auftritt gestaltet, könnten dafür grob weitere 50.000 bis 150.000 Euro anfallen.

Auch Act und Delegation müssen für die ESC-Zeit nach Bulgarien. Flüge, Hotels, Transporte und Personal für mehrere Tage beziehungsweise Wochen könnten weitere 50.000 bis 100.000 Euro ausmachen.

Hinzu kommen Song-Produktion, Vorbereitung und Promotion sowie die journalistische Begleitung und Produktion des ORF. Auch hier kann die Rechnung schnell um weitere Zehntausende Euro wachsen.

Am Ende eine halbe Million?

Rechnet man die verschiedenen Posten zusammen, erscheint für Österreich eine Größenordnung von ungefähr 350.000 bis 750.000 Euro für das gesamte ESC-Projekt realistisch.

Bei einer relativ schlanken Produktion könnte der ORF darunter bleiben. Wird dagegen groß inszeniert kann es deutlich teurer werden.

Eine grobe mittlere Schätzung für eine klassische österreichische Teilnahme läge damit bei etwa 500.000 bis 600.000 Euro.

Das klingt nach viel Geld – ist aber kaum mit dem vergangenen Jahr vergleichbar.

Als Gastgeber des ESC 2026 in Wien kalkulierte der ORF mit rund 16 Millionen Euro Nettokosten. Die Stadt Wien stellte zusätzlich bis zu 22,6 Millionen Euro für Infrastruktur, Rahmenprogramm und weitere Leistungen rund um den Wettbewerb bereit.

2027 muss Österreich weder eine Stadthalle zur Eurovision-Arena umbauen noch neun Shows produzieren oder Tausende internationale Gäste organisatorisch betreuen. Das übernimmt diesmal Bulgarien.

red,06.10.2026, 13:37