Staatsschutz warnte noch

"Tür stand offen" – so kamen Festspiel-Störer hinein

Bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele stürmten Aktivisten auf die Bühne. Selbst für sie war es überraschend, wie leicht sie hineinkamen.
Newsdesk Heute
29.07.2025, 07:54
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Es war DER Aufreger der heurigen Salzburger Festspiele: Bei der Eröffnung am Samstag stürmten, während Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler seine Rede hielt, plötzlich Aktivisten mit Händen voller Kunstblut die Bühne. Andere positionierten sich in den Arkaden der Felsenreitschule, entrollten "Free Gaza"-Banner, brüllten dabei Parolen.

Orchestermitglieder schauten verdutzt drein. Erst nach mehreren Minuten kehrte wieder Ruhe ein. Babler griff die Vorkommnisse später in seiner Rede auf, zeigte Verständnis und lud die Störer zu Gesprächen ein. Dafür hagelte es Kritik von der FPÖ, die Israelitische Kultusgemeinde forderte klare Worte gegen Israelhass.

Keine Sicherheit trotz Staatsschutz-Warnung

Brisant: Der Staatsschutz hatte genau vor solchen "medienwirksamen Störaktionen" gewarnt – trotzdem gab es bei der Sicherheit offenbar grobe Mängel. Gegenüber der "Kronen Zeitung" packt nun einer der Aktivisten aus und erzählt, wie sie es in die Felsenreitschule geschafft haben.

Auch für ihn war es demnach "echt überraschend, wie leicht das alles war". Zudem hätten sie "ungewöhnlich viel Zeit gehabt". Hinein gekommen seien sie einfach über einen Nebeneingang, "die Tür stand offen".

Zur Sicherheit hatten sie gefälschte Mitarbeiterausweise, auf denen allerdings "Salzburger Festspeiben" stand. Angeschaut habe diese aber ohnehin niemand. "Bei konsequenten Kontrollen wären wir niemals hineingekommen."

Ermittlungen laufen, Maßnahmen verschärft

Genau diese Ausweise sind es aber, die für die Gruppe ein übles Nachspiel haben könnten. Ermittelt wird aktuell wegen Urkundenfälschung und in einem Fall wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, weil bei der Amtshandlung ein Polizist verletzt wurde.

Die Festspiele verschärfen indes ihre Sicherheitsvorkehrungen. Die Eingänge sollen verschärft überwacht, im Zuschauerraum mehr Sicherheitspersonal eingesetzt werden. Zudem müssen Mitarbeiter ihre Ausweise jetzt stets sichtbar tragen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.07.2025, 08:17, 29.07.2025, 07:54
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