Mit den ersten warmen Tagen zieht es viele Menschen wieder in den Garten. Doch genau jetzt beginnt auch die gefährlichste Zeit für Hobbygärtner: Tausende verletzen sich jedes Jahr bei der Gartenarbeit – oft bei scheinbar harmlosen Tätigkeiten.
Laut aktuellen Zahlen mussten allein im vergangenen Jahr rund 18.600 Menschen zwischen März und Oktober nach Gartenunfällen im Spital behandelt werden. Besonders betroffen sind ältere Personen: 62 Prozent der Verletzten sind über 65 Jahre alt.
Die häufigsten Verletzungen reichen von Knochenbrüchen (54 Prozent) über offene Wunden (24 Prozent) bis hin zu Muskel- und Sehnenverletzungen. Am häufigsten betroffen sind dabei die Hände, gefolgt von den Füßen.
Der größte Risikofaktor im Garten sind Stürze. Sie machen rund zwei Drittel aller Unfälle aus – etwa durch herumliegendes Werkzeug, Gartenschläuche oder unebene Böden. Dahinter folgen Schnitt- und Stichverletzungen, etwa beim Schneiden von Hecken oder Ästen.
Expertin Johanna Trauner-Karner vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) warnt: "Viele Tätigkeiten im Garten erledigen wir im Autopilot. Dabei werden Gefahren oft übersehen."
36 Prozent der Befragten nehmen sich vor der Gartenarbeit nicht einmal eine Minute Zeit, um mögliche Risiken zu bedenken.
Auch beim Thema Schutzkleidung gibt es Nachholbedarf. Laut Umfrage trägt etwa ein Drittel selten oder nie Schutzausrüstung – obwohl Handschuhe, festes Schuhwerk oder Schutzbrillen viele Verletzungen verhindern könnten.
Zudem übernehmen viele Arbeiten selbst, obwohl sie diese als riskant einschätzen. Rund 29 Prozent greifen zu gefährlichen Tätigkeiten, etwa Arbeiten auf Leitern oder mit Motorsägen. Nur etwa die Hälfte davon zieht dafür Fachkräfte hinzu.
Eine weitere überraschende Erkenntnis: Die meisten Unfälle passieren am Nachmittag. Zwischen 15 und 17 Uhr ereignen sich rund 37 Prozent aller Gartenunfälle.
Der Grund: Zu dieser Zeit lässt die Konzentration oft nach, gleichzeitig ist es meist am wärmsten. Der Körper ist bereits erschöpft – das erhöht das Risiko für Fehler und Unfälle.
Gartenarbeit wirkt oft harmlos – ist aber nicht zu unterschätzen. Wer aufmerksam bleibt und sich schützt, kann viele Unfälle vermeiden.