Angesichts steigender Lebensmittelpreise denken immer mehr Menschen darüber nach, Obst und Gemüse selbst anzubauen. Jetzt im Frühjahr ist dafür der ideale Zeitpunkt, um die ersten Vorbereitungen im Garten, auf der Terrasse oder am Balkon zu treffen.
Eine aktuelle Umfrage der Handwerker-Plattform MyHammer zeigt, dass bereits 39 Prozent der Konsumenten wegen der hohen Preise im Supermarkt darüber nachdenken, eigene Lebensmittel zu ziehen. Besonders groß ist das Interesse bei jungen Erwachsenen: In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen kann sich bereits jeder Zweite vorstellen, Obst und Gemüse selbst anzubauen.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Ernte ist jedoch eine gute Planung. Entscheidend ist vor allem der richtige Standort: Pflanzen gedeihen am besten an einem möglichst sonnigen Platz im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Ebenso wichtig ist es, die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzen zu kennen – etwa ihre Wachstumsdauer.
Während einige Obstsorten wie Himbeeren mehr als ein Jahr bis zur ersten Ernte benötigen, wachsen andere Pflanzen deutlich schneller. Erdbeeren beispielsweise können bereits nach sechs bis zwölf Wochen Früchte tragen. Damit sich das Wachstum optimal entwickelt, sollten die Pflanzen regelmäßig gepflegt, gezielt gedüngt und bei Bedarf zurückgeschnitten werden.
Besonders für Einsteiger empfiehlt sie pflegeleichte Pflanzen. "Wer gezielt sparen möchte, sollte vor allem Kräuter anbauen. Viele Sorten sind unkompliziert und wachsen auch auf kleinem Raum." Gut geeignet sind etwa Rosmarin, Thymian, Minze, Schnittlauch, Petersilie oder Basilikum. Vorgezogene Pflanzen aus dem Handel sind dabei meist robuster und weniger anfällig für Schädlinge als frisch ausgesäte Samen.
Knoblauch ist besonders praktisch, da er jedes Jahr erneut gepflanzt werden kann. Bis zur Ernte der Knollen vergehen allerdings bis zu zehn Monate. Für ein gutes Wachstum sollten die einzelnen Zehen mit der Spitze nach oben in gut durchlässige Erde gesetzt werden.
Auch Beerensträucher wie Himbeeren können sich lohnen, benötigen jedoch etwas Geduld. Sie wachsen langsam und sollten nach dem Einpflanzen zurückgeschnitten werden, damit sie bis zum Spätsommer Früchte tragen. Eine Mulchschicht im Frühjahr schützt den Boden zusätzlich vor Unkraut, während Rankhilfen den biegsamen Ruten Halt geben.
Wer besonders ertragreiche Pflanzen sucht, findet in Tomaten, Zucchini oder Kartoffeln gute Kandidaten. Hängende Tomatensorten wachsen problemlos in Töpfen und liefern bereits nach wenigen Monaten reichlich Früchte – ideal auch für Balkone.
Zucchini gelten ebenfalls als wahre Ertragswunder, benötigen allerdings einen sonnigen, windgeschützten Standort sowie regelmäßige Wassergaben. Kartoffeln wiederum wachsen relativ schnell und können oft schon nach rund zwölf Wochen geerntet werden, wenn sie in nährstoffreiche Erde gesetzt werden.
Zu den schnellsten Erfolgen im heimischen Garten zählen außerdem Erdbeeren und Rucola. Erdbeeren lassen sich flexibel im Beet, im Topf oder sogar im Hängekorb anbauen und sind innerhalb weniger Wochen erntereif.
Rucola eignet sich besonders für Salatliebhaber: Die robuste Pflanze wächst schnell nach und kann über längere Zeit immer wieder geerntet werden – selbst an halbschattigen Standorten.