Laut den Vereinten Nationen sind heuer weltweit 4,5 Millionen Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das UN-Kinderhilfswerk Unicef und weitere Organisationen der UNO haben diese grausame Praxis am Freitag, dem Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, scharf verurteilt.
"Die weibliche Genitalverstümmelung ist eine Verletzung von Menschenrechten und lässt sich durch nichts rechtfertigen", erklärten die Chefs der UN-Organisationen. "Sie gefährdet die körperliche und psychische Gesundheit von Mädchen und Frauen und kann zu schwerwiegenden, lebenslangen Komplikationen führen."
Bei der weiblichen Genitalverstümmelung werden oft Teile oder sogar die ganze Klitoris sowie die kleinen Schamlippen entfernt. Häufig wird auch die Vaginalöffnung zugenäht, damit sie enger wird. Diese Eingriffe können zu tödlichen Blutungen oder schweren Infektionen führen. Langfristig drohen Unfruchtbarkeit, Komplikationen bei der Geburt, Totgeburten und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Die UNO schätzt, dass derzeit rund 230 Millionen Mädchen und Frauen leben, die von Genitalverstümmelung betroffen sind. Besonders verbreitet ist diese Praxis in Afrika, aber auch in manchen Ländern Asiens und im Nahen Osten.
Die UN-Spitzenvertreter betonten am Freitag, dass es im Kampf gegen die Genitalverstümmelung in den letzten 30 Jahren durchaus Fortschritte gegeben hat. Aufklärung, Gespräche mit Religionsvertretern, Eltern und Leuten aus dem Gesundheitsbereich sowie der Einsatz von Medien und Online-Plattformen seien "effektive Strategien".
Allerdings machen die starken Kürzungen bei der Entwicklungshilfe die Arbeit gegen diese schreckliche Praxis noch schwieriger.