Wenn das Thermometer auf 40 Grad oder mehr klettert, wird es in Japan ab sofort offiziell "unerträglich heiß". Das nationale Wetteramt hat eine neue Hitzekategorie eingeführt, um die Bevölkerung deutlicher vor Extremtemperaturen zu warnen.
"Wir haben Sommertage mit über 25 Grad, wir haben Hitzetage mit 30 Grad und mehr; ab 35 Grad sprechen wir von extrem heißen Tagen – und aufgrund der Erwärmung treten auch in Japan immer öfter Tage mit 40 Grad auf", erklärt ORF-Meteorologe Marcus Wadsak in einem eigenen Social-Media-Video dazu.
Die Entscheidung fiel nach einer großen Umfrage: Rund 478.000 Menschen beteiligten sich, die klare Mehrheit sprach sich für die drastische Bezeichnung aus. "Es wurde ganz knapp nicht 'Tag zum Zuhausebleiben' – hätte mir auch gut gefallen", sagt der Wetter-Experte.
Wadsaks Prognose: "Unerträglich heiß" ist eine Kategorie, "die sich über lang oder kurz auch bei uns durchsetzen wird." Davor sind die aktuellen Temperaturen frühlingsbedingt im Moment noch weit entfernt – zum Glück.
Bisher galt in Japan eine ähnliche Einteilung wie bei uns. Die neue Kategorie soll den immer häufigeren 40-Grad-Tagen Rechnung tragen. Denn die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2025 war der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders im Norden des Landes wurden außergewöhnlich hohe Durchschnittstemperaturen gemessen. In mehreren Städten wurden die 40 Grad geknackt, in einer Präfektur sogar mehr als 41 Grad.
Auch abseits der Hitze gab es laut ORF-Bericht Extreme: ungewöhnlich viele Sonnentage, gleichzeitig viel zu wenig Regen. In einigen Regionen wurden historische Tiefstwerte bei den Niederschlägen verzeichnet. Die Regenzeit endete im Westen zudem rund drei Wochen früher als üblich.
Die Behörden schlagen Alarm, denn die gesundheitlichen Folgen sind massiv. Vor allem ältere Menschen sind gefährdet – und davon gibt es in Japan besonders viele. In den vergangenen fünf Jahren waren rund 80 Prozent der Hitzetoten Senioren. Um gegenzusteuern, setzen Städte und Gemeinden verstärkt auf Hitzeschutz: Kühlräume, Trinkwasserstellen und digitale Warnsysteme sollen helfen, Leben zu retten.