Zellengenossen (19) getötet

Unfassbare Details zur Bluttat in Klagenfurter Zelle

Nach dem tödlichen Angriff in der Justizanstalt Klagenfurt bleiben viele Fragen offen. Neue Details werfen Licht auf das Geschehen in der Zelle.
Newsdesk Heute
24.09.2026, 17:33
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Auch drei Wochen nach der Bluttat im Klagenfurter Gefängnis sind viele Fragen offen. Die Familie des getöteten 19-Jährigen wartet verzweifelt auf Antworten. "Wie kann es sein, dass mein Bruder mit diesem anderen Burschen, der offenbar gewalttätig war, in einer Zelle war?", fragt die Schwester des Opfers. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, beschäftigt der Fall nicht nur die Angehörigen, sondern auch die Ermittler.

Sowohl das Justizministerium als auch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt suchen nach Erklärungen. Gegen den 17-Jährigen wird nun wegen Mordes ermittelt. Mittlerweile sind auch neue, erschütternde Details bekannt geworden. Klar ist: Der Beschuldigte versucht in seinen bisherigen Aussagen, dem Opfer zumindest eine Mitschuld an der Eskalation zu geben. Der mutmaßliche Täter behauptet, das spätere Opfer habe ihn gemobbt.

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Aber: "Offizielle Meldungen dazu liegen nicht vor", sagt Staatsanwaltschaftssprecher Markus Kitz. Auch darüber, dass der 19-Jährige dreimal bei Mitarbeitern der Justizanstalt darum gebeten haben soll, die Zelle zu wechseln, gibt es keine Bestätigung. Nach aktuellem Ermittlungsstand hat weder die Justizwache noch andere Häftlinge von Problemen zwischen den beiden etwas mitbekommen.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Zellengenossen, das sagen auch Mithäftlinge, kein schlechtes Einvernehmen gehabt haben. Fünf oder sechs Tage vor der Tat ist die Situation in der Zelle 08 der Justizanstalt Klagenfurt dann aber offenbar eskaliert: Zwischen den beiden Burschen soll es wegen Kleidungsstücken Streit gegeben haben. Laut Aussage des 17-Jährigen gegenüber den Ermittlern habe ihm der 19-Jährige ein teures Hemd weggenommen.

"Getötet, weil er annahm, dass er ihn töten werde"

Dann wird es eigenartig: Der 17-Jährige sagt, er habe seinem Zellengenossen in der Nacht auf den 1. September einen Ringkampf vorgeschlagen, um den Streit zu klären. "Im Zuge des Ringens habe er seinen Gegner bewusstlos gewürgt und ihn sodann getötet, weil er annahm, dass ansonsten er ihn töten werde, sobald er wieder aufwache", erklärt StA-Sprecher Kitz.

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Hier findest du sie:
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Gewaltschutzzentren: +43 1 585 32 88
Weisser Ring: 0800 112 112
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)

Zuerst versuchte der Angreifer, seinen bewusstlosen Zellengenossen mit einem Müllsack zu ersticken. Danach griff er zur Klinge eines Einwegrasierers und verletzte ihn am Hals tödlich. Der 19-Jährige starb in der Zelle. Der mutmaßliche Mörder, der die Tat später gestanden hat, legte sich danach schlafen. Erst am Morgen entdeckten Justizwachebeamte das Verbrechen.

Weil es Hinweise auf eine psychische Erkrankung beim 17-Jährigen gab, wurde er in die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin im Klinikum Klagenfurt gebracht. Laut Staatsanwaltschaft wurden bei der Untersuchung aber keine psychotischen oder paranoiden Symptome festgestellt. Rund um den 7. September wurde der Jugendliche daher wieder zurück in die Justizanstalt gebracht, wo er nun in einer Einzelzelle sitzt.

Ein von der Staatsanwaltschaft beauftragter Sachverständiger prüft derzeit, ob der 17-Jährige möglicherweise nicht zurechnungsfähig ist und wie gefährlich er für andere ist. Die beiden Burschen waren seit 7. August gemeinsam in einer Zelle. Der 19-Jährige verbüßte eine zweimonatige Strafe wegen kleinerer Drogen- und Eigentumsdelikte. Der 17-Jährige war wegen mehrerer Tatvorwürfe – gefährliche Drohung, versuchte Brandstiftung und Einbruchsdiebstähle – in Untersuchungshaft.

Er soll seine Mutter mit einem Messer bedroht und auch eine Ärztin im Klinikum (ohne Waffe) eingeschüchtert haben. Außerdem soll er versucht haben, auf einem Mehrparteienbalkon Feuer zu legen. Laut Gutachter war das aber strafrechtlich "nur" eine Sachbeschädigung, weil keine Gefahr einer Feuersbrunst bestanden hat. Die Ermittlungen laufen nun auch wegen Mordes. Für den Burschen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

red,24.09.2026, 17:33