Bitterer Schock für die freiwilligen Helfer der Österreichischen Wasserrettung in Mittersill (Salzburg): In die Zeugstätte der Ortsstelle wurde eingebrochen. Die Räumlichkeiten wurden durchsucht, nach einer ersten Bestandsaufnahme fehlt das gesamte Kameradschaftsgeld.
Ob die Täter noch weitere Gegenstände mitgenommen haben, war zunächst nicht klar. Das soll sich laut Wasserrettung erst in den kommenden Tagen zeigen. Anzeige wurde bereits erstattet.
Besonders schwer wiegt für die Mannschaft, wen der Einbruch getroffen hat. Die Ortsstelle ist ein rein ehrenamtlicher Verein. Rund um die Uhr stehen die Mitglieder bereit, wenn Menschen in Not Hilfe benötigen.
Ausrüstung, Ausbildung und die laufende Arbeit werden hauptsächlich mit Spenden und Einnahmen aus Schwimmkursen finanziert. Auch die Getränkekasse trägt einen kleinen Teil zur Finanzierung des Vereins bei.
"Zu wissen, dass jemand ausgerechnet einen Verein bestiehlt, der für die Gemeinschaft da ist, macht uns fassungslos", schreibt die Wasserrettung. Die Tat erschüttere das Vertrauen und lasse die Helfer "für einen Moment an der Menschlichkeit zweifeln".
Viel Zeit, um den Schock zu verdauen, blieb der Mannschaft nicht. Noch während der Verein über den Einbruch informierte, waren Mitglieder bereits wieder unterwegs. Sie rückten spätnachts zu einem Unterstützungseinsatz für die Feuerwehr Stuhlfelden aus, um die Unwetter-Schäden zu beseitigen.
"Menschen in Not können nichts dafür, was heute passiert ist. Sie brauchen uns", betont die Wasserrettung. Deshalb werde die Mannschaft auch weiterhin für andere da sein.
Nach dem Bekanntwerden des Einbruchs musste die Wasserrettung allerdings noch auf eine ganz andere Entwicklung reagieren. Offenbar tauchten unter dem Beitrag Kommentare auf, in denen ganze Bevölkerungsgruppen für die Tat verantwortlich gemacht wurden.
Darauf reagierte die Ortsstelle mit deutlichen Worten. Ausländerfeindliche, rassistische und menschenverachtende Äußerungen hätten unter dem Beitrag nichts verloren. Von solchen Aussagen distanziere man sich ausdrücklich.
"Eine Straftat wird von einzelnen Menschen begangen", stellt die Wasserrettung klar. Herkunft oder Nationalität seien kein Grund, gegen andere Menschen zu hetzen. Entsprechende Kommentare würden konsequent gelöscht.