Der Übernahmekampf um die Commerzbank geht in die heiße Phase: Die Unicredit hat nun ihr offizielles Angebot an die Aktionäre der zweitgrößten deutschen Privatbank vorgelegt - und lockt mit einem Wertschöpfungspotenzial von bis zu zwei Milliarden Euro.
Im Fall einer Fusion rechnet die italienische Großbank bis 2030 mit einem jährlichen Mehrwert von 1,1 Milliarden Euro vor Steuern. Das Geld soll durch eine schlankere Zentrale, eine moderne IT-Infrastruktur und den Abbau risikogewichteter Aktiva hereinkommen.
Wie NTV berichtet, liegt das Angebot allerdings unter dem aktuellen Börsenwert der Commerzbank-Aktie. Die Aktionäre haben nun sechs Wochen Zeit, bis zum 16. Juni, um die Offerte anzunehmen - danach folgt eine zweiwöchige Nachfrist.
Die Bank-Austria-Mutter hält bereits 26,77 Prozent an der Commerzbank und hat Zugriff auf weitere 3,22 Prozent. Das Ziel des Konzerns: die Beteiligung auf über 30 Prozent steigern, um freie Hand für weitere Aktienkäufe zu bekommen.
Unicredit-Chef Andrea Orcel will den Commerzbank-Vorstand um Chefin Bettina Orlopp an den Verhandlungstisch bringen. Doch die Frankfurter blocken ab - sie sehen nach eigenen Angaben keine Grundlage für einen Dialog.
Im Rahmen der Übernahme plant Unicredit Maßnahmen und Investitionen im Wert von 1,7 Milliarden Euro - unter anderem für Vorruhestandsregelungen und umfangreiche Umschulungen. Die Commerzbank soll sich künftig auf Deutschland und Polen konzentrieren und ihr internationales Netz ausdünnen.