Österreichs Gletscher stehen womöglich vor einem besonders harten Sommer. Die Innsbrucker Gletscherforscherin Andrea Fischer rechnet damit, dass sie heuer noch deutlich stärker schrumpfen könnten als in vergangenen Jahren.
Grund dafür ist eine gefährliche Kombination: Der Winter war zumindest zeitweise niederschlagsarm, das Frühjahr trocken, Ende Mai kamen hohe Temperaturen dazu. Auch das Wetterphänomen El Nino im Pazifik könnte eine Rolle spielen.
Laut Fischer könnte Europa ein besonders warmer Sommer bevorstehen. Für die Gletscher wäre das eine massive Belastung.
Derzeit liegt auf den Gletschern noch schützender Altschnee aus dem Winter. Doch dieser verschwindet zunehmend. Während der Eisheiligen im Mai gab es in höheren Lagen zwar noch Schnee, insgesamt war es laut Fischer aber zu wenig, um eine wirksame Schutzschicht auf dem Gletschereis aufzubauen.
Genau diese Schneedecke ist entscheidend. Sie schützt das Eis vor direkter Sonne und Wärme. Fehlt sie zu früh im Sommer, liegt blankes Eis frei, dieses schmilzt deutlich schneller.
Die Folge könnte dramatisch sein: Heuer könnte dreimal so viel Gletschereis abschmelzen wie in durchschnittlichen Sommern der vergangenen Jahre.
Auch Salzburgs Gletscher wären davon betroffen. Schon im August 2025 zeigten die Zungen deutlich früher blankes Eis als erwartet. Sollte der Sommer tatsächlich besonders warm werden, könnte sich diese Entwicklung weiter verschärfen.