Am Osloer Amtsgericht richtet sich derzeit ganz Norwegen auf den Mammutprozess gegen Marius Borg Høiby. Unter den Zuschauern sitzt nun auch sein Vater Morten Borg. Auf dem Weg in den Gerichtssaal wollte sich der Unternehmer gegenüber Journalisten nicht äußern. Kein Kommentar, kein Statement – nur Anwesenheit.
Dass Borg erscheint, wird in Norwegen als stilles Zeichen der Unterstützung gewertet. Der 57-Jährige hatte sich in den vergangenen Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Umso auffälliger ist sein Erscheinen nun, während seinem Sohn in 38 Anklagepunkten schwere Straftaten vorgeworfen werden.
Morten Borg ist kein Unbekannter. Im Jahr 2000 wurde er wegen Besitzes von 50 Gramm Kokain zu zwei Jahren Haft verurteilt. Später baute er sich ein neues Leben auf und arbeitet heute als Finanzberater. Öffentliche Auftritte mied er zuletzt konsequent – bis jetzt.
Marius Borg Høiby kam im Januar 1997 nach einer kurzen Beziehung zwischen Morten Borg und der heutigen Kronprinzessin Mette-Marit zur Welt. Das Paar trennte sich kurz nach der Geburt. Dennoch blieb der Kontakt eng.
Insbesondere in Marius’ Kindheit spielte sein Vater eine wichtige Rolle. Er verbrachte regelmäßig Wochenenden bei ihm, die beiden reisten gemeinsam und pflegten über Jahre hinweg ein enges Verhältnis. Auch heute gilt Marius seinem Vater als sehr nah.
Dass Morten Borg nun im Gerichtssaal sitzt, während sein Sohn sich verantworten muss, unterstreicht diese Verbindung.