Die gescheiterte Hinrichtung der Mörderin Christa Pike US-Bundesstaat Tennessee sorgt für Entsetzen. Wie "n-tv" berichtet erhebt ihr Anwalt Randy Spivey nun schwere Vorwürfe während Ärzte um das Leben der zum Tode verurteilten Frau kämpfen.
So sollen bei der Hinrichtung mittels des Gifts Pentobarbital schwere Fehler aufgetreten sein. Das Mittel sei Pike zweimal verabreicht worden, dennoch war sie am Ende nicht tot. Die Behörden brachen die Hinrichtung ab, nachdem die Frau weiterhin schwer atmete, schnarchte und um Luft rang. Zuvor hätte das Personal eine Stunde lang erfolglos versucht, einen intravenösen Zugang zu legen.
Ihr Anwalt habe "in ihrem linken Arm mindestens sieben Nadeln, von denen eine verbogen zu sein schien" gezählt. Laut Medizinern, die von der "New York Times" befragt wurden, sei es möglich, dass ein Teil des Pentobarbitals nicht in die Blutbahn gelangte, sondern lediglich das umliegende Gewebe erreichte.
Schon vor der Hinrichtung hätten Pikes Anwälte auf mögliche Schwierigkeiten beim Verabreichen der Giftspritze hingewiesen. Demnach hätte die 50-Jährige kleine und schwer zugängliche Venen.
Die Folgen der fehlgeschlagenen Hinrichtung und die Prognose für die Frau seien aktuell nicht absehbar. Laut ihrem Anwalt erhalte Pike in einem Spital lebensrettende Maßnahmen. Ihr Zustand sei kritisch. Noch während des Hinrichtungsversuchs habe sich der Arm der 50-Jährigen violett verfärbt. Inzwischen soll es laut dem Anwalt Blasen und Verbrennungen rund um die Einstichstelle geben.
Spivey erklärte, dass seine Mandantin über 20 Jahre in Einzelhaft verbringen musste und den nunmehrigen Hinrichtungsversuch überlebt hatte. Dadurch habe sie eine Strafe erdulden müssen, die größer sei als die jeder Person in der Geschichte der amerikanischen Todesstrafe. Er fordert, dass die Strafe von Pike nun umgewandelt werde.
Nun könnte jedoch ein neuer Hinrichtungsversuch beantragt werden. Als Konsequenz habe der US-Bundesstaat jedenfalls alle für dieses Jahr angesetzten Todesstrafen zunächst ausgesetzt.