Schon seit vielen Jahren erklärt Biber Berti, erschaffen von der Wildbach- und Lawinenverbauung, Kindern in Österreich die Naturgefahren der Berge. In Lehrmaterialien und Kurzvideos des Ministeriums zeigt die Figur kindgerecht, wie sich Kinder in der Natur schützen können, etwa vor Lawinen oder Gewittern – ganz zum Missfallen der FPÖ.
Der niederösterreichische Landtagsklub spricht in einer Aussendung von einem "Politischen Fehlgriff" und sieht "Verharmlosung eines Tiers, dessen Ausbreitung längst zu realen Problemen führt". Der Biber habe sich zuletzt stark ausgebreitet und sorge für schwere Schäden durch Überflutungen, Beschädigungen und Unterhöhlungen.
"Gerade der Bundesminister für Landwirtschaft Norbert Totschnig sollte die Biber-Problematik nicht mit einer 'Berti'-Marketingkampagne für rund 17.000 Euro verharmlosen", wettert FPÖ-Landesrätin Susanne Rosenkranz großzügig aufrundend über "das neue Maskottchen".
Wo war die Aufregung die vielen Jahre zuvor? Der Biber Berti ist nicht "neu", wie die Freiheitliche behauptet, den gibt es bereits seit dem Jahr 2006. Er wurde unter Landwirtschaftsminister Josef Pröll vorgestellt.
"Biber Berti" ist ein Schulprojekt der Wildbach- und Lawinenverbauung für Volksschulen zum Thema "Schutz vor Naturgefahren". Er soll den Kindern in diesem Rahmen Informationen rund um die Gefahren, die zum Beispiel von Lawinen oder Hochwasser ausgehen, vermitteln.
Wörtlich heißt es in der blauen Aussendung: "Ein 'Berti Biber' dürfe nicht zur Verharmlosung realer Probleme führen." Und Rosenkranz weiter: "Nur wenn wir Natur und Menschen gleichermaßen ernst nehmen und nicht verniedlichen, können langfristig tragfähige Lösungen entstehen."
Der Konter folgt tags darauf vom Bauernbund. Martina Diesner-Wais merkt an, dass gerade Rosenkranz für die Lösung des Biberproblems verantwortlich – aber untätig – sei: "Die jüngsten Aussagen der blauen Tier- und Naturschutzlandesrätin Susanne Rosenkranz in Richtung Bundesminister Norbert Totschnig sind nichts anderes als eine klassische Nebelgranate."