Zusammenarbeit mit der Schweiz

Aufrüstungs-Boom – so will Österreich profitieren

Europa steckt Milliarden in Sicherheit und Verteidigung – jetzt wollen auch neutrale Länder wie Österreich und die Schweiz stärker profitieren.
Heute Politik
28.03.2026, 20:47
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Während Europa angesichts geopolitischer Spannungen massiv in seine Verteidigung investiert, wollen Österreich und die Schweiz künftig enger zusammenarbeiten. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Chancen für heimische Unternehmen besser zu nutzen – ohne die Neutralität infrage zu stellen.

Hattmannsdorfer: "Neutralität außer Frage"

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer betont: "Unsere Neutralität steht außer Frage." Gleichzeitig dürfe sie aber nicht dazu führen, dass Unternehmen durch komplizierte Regeln von lukrativen Aufträgen ausgeschlossen werden. Gemeinsam mit der Schweiz soll daher ein dauerhaftes Kooperationsformat entstehen, das genau hier ansetzt.

Auch der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin begrüßt die Initiative. Der geplante Austausch soll nicht nur auf politischer Ebene stattfinden, sondern künftig auch zweimal jährlich in persönlichen Treffen vertieft werden.

Verteidigungsindustrie im Boom

Der Hintergrund: Europas Verteidigungsausgaben steigen rasant. 2024 lagen sie bereits bei 343 Milliarden Euro, 2025 sollen es sogar 381 Milliarden Euro sein. Seit 2020 entspricht das einem Plus von fast 63 Prozent.

Von diesem Boom wollen auch neutrale Staaten profitieren. In Österreich umfasst die Branche rund 150 High-Tech-Unternehmen mit etwa 11.000 Beschäftigten. Rechnet man Zulieferer dazu, hängen rund 30.000 Jobs an der Verteidigungsindustrie. Der Jahresumsatz liegt bei etwa 3,3 Milliarden Euro.

Im Zentrum der Zusammenarbeit stehen drei große Themenbereiche:

  • Industriepolitik: Bessere Rahmenbedingungen für die Verteidigungsindustrie – im Einklang mit der Neutralität
  • Wirtschaftliche Resilienz: Sicherung von Lieferketten, Energieversorgung und Rechtssicherheit für Unternehmen
  • Vernetzung: Mehr Kooperation zwischen Firmen, gemeinsame Forschung und steigender Handel

Heimische Wirtschaft profitiert

Schon jetzt zeigt sich: Investitionen in Sicherheit bringen auch wirtschaftliche Impulse. So gehen etwa 90 Prozent der Aufträge für die Modernisierung von Kasernen an regionale Unternehmen. Beim Pandur-Radpanzer stammen sogar über 70 Prozent der Wertschöpfung aus Österreich.

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