Eigentlich läuft Verstappens Vertrag beim österreichischen Rennstall bis Jahresende 2028, ist der Niederländer mit 65 Millionen Euro aktuell der bestbezahlte Pilot in der Motorsport-"Königsklasse". Die Spekulationen über einen Abgang von den Bullen reißen jedoch nicht ab, auch wenn sich der viermalige Weltmeister zuletzt zu Red Bull bekannte – zumindest für die Saison 2026.
Das Problem: Verstappen ist erfolgshungrig, verpasste jüngst seinen fünften Fahrer-WM-Titel in Serie nur hauchdünn. Am Ende waren es zwei Pünktchen, die zugunsten von McLaren-Mann Lando Norris entschieden. 2026 greifen umfangreiche Regeländerungen in der Formel 1, wird Verstappen-Team Red Bull erstmals auch selbst Motorenhersteller. Da ist die Fallhöhe natürlich riesengroß.
Vor allem, weil hinter vorgehaltener Hand im Fahrerlager der Formel 1 schon länger spekuliert wird, dass Mercedes den besten Motor im Feld baut, Toto Wolff, Teamchef der "Silberpfeile", großes Interesse daran hat, den Niederländer an Bord zu holen. Die beiden trafen sich auch schon im Sommer 2025 im Sardinien-Urlaub.
Zu einem Red-Bull-Abgang für 2026 kam es aber nicht. Einerseits, weil der Niederländer wohl abwarten, die Kräfteverhältnisse in der Formel 1 neu einschätzen möchte. Andererseits, weil die vertraglich fixierte Ausstiegsklausel des nun 28-Jährigen nie griff. Dafür hätte der Niederländer im Sommer aus den Top Drei der Fahrer-WM fallen müssen. Er war aber stets Dritter.
Nun enthüllte die "Sport Bild" die Verstappen-Ausstiegsklausel für die Saison 2026. Und die macht einen Abgang des vierfachen Weltmeisters zumindest leichter möglich. Verstappen kann demnach nämlich seinen Red-Bull-Vertrag einseitig aufkündigen und das Team ohne Ablöse verlassen, wenn er während der Sommerpause nicht unter den Top Zwei der Fahrer-Weltmeisterschaft liegt.
Noch leichter ist es dann in der Saison 2027. Hier greift die Klausel bereits, wenn Verstappen während der Sommerpause die WM nicht anführen sollte. Dann könnte der Niederländer seinen Rennstall vorzeitig verlassen. Auch hier wäre keine Ablösesumme fällig.
Dem Bericht zufolge hatte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko, seit Dezember 2025 in Formel-1-Pension, den Vertrag aufseiten der Bullen maßgeblich mitausverhandelt. Marko ist langjähriger Mentor und Förderer Verstappens, sei aufgrund der Klauseln nun in einer "komfortablen Situation", heißt es. Die Entscheidung des Grazers soll demnach für "Stirnrunzeln" in der Bullen-Zentrale sorgen.
Zunächst hatte es auch einen Passus gegeben, der Verstappen bei einem Marko-Abgang vom Team ebenso den Abschied ermöglicht hätte. Dieser Punkt war durch eine Vertragsänderung beim 82-jährigen Grazer gestrichen worden.
Doch selbst wenn die Klauseln greifen sollten, müsste Verstappen diese erst aktivieren. Und er bräuchte ein neues Team, das ganz vorne in der Formel 1 mitfährt. Bei Mercedes scheinen mit der mehrjährigen Vertragsverlängerung für Verstappen-Intimfeind George Russell und dem Engagement von Talent Andrea Kimi Antonelli die Türen in naher Zukunft zu zu sein. Ebenso aus aktueller Sicht bei McLaren. Ferrari und Aston Martin müssen sich derweil erst als konkurrenzfähig etablieren.