Verlassene Hotels, Krankenhäuser oder ganze Einkaufszentren: Steve Ronin hat sich mit sogenannten "Lost Places" auf YouTube einen Namen gemacht. Hunderttausende verfolgen seine Abenteuer in verlassenen Gebäuden.
Doch eine seiner Erkundungstouren könnte dem US-Amerikaner nun teuer zu stehen kommen.
Gegen Ronin wurde im US-Bundesstaat Louisiana ein Haftbefehl erlassen. Am Donnerstag stellte sich der YouTuber schließlich selbst den Behörden. Das bestätigte die Polizei von Slidell.
Der Grund: ein YouTube-Video.
Im November 2025 erkundete Ronin gemeinsam mit anderen Creatorn die verlassene "North Shore Square Mall" in Slidell.
Das einstige Einkaufszentrum war über Jahrzehnte ein wichtiger Shopping-Standort der Region. Nachdem immer mehr Geschäfte verschwanden, wurde die Mall schließlich geschlossen. Das Gelände steht seither weitgehend leer.
Genau solche Orte sind Ronins Spezialität.
Der YouTuber betrat das Gebäude mit mehreren anderen Personen und filmte die Tour für seinen Kanal. Aufnahmen zeigen die Gruppe in den verlassenen Gängen und Räumen des Einkaufszentrums.
Was für Ronins Zuschauer spannende Unterhaltung war, sehen die Behörden allerdings völlig anders.
Denn die Aufnahmen landeten offenbar auch bei der Polizei.
Nach Angaben der Behörden wurden mehrere Personen anhand der veröffentlichten Videos identifiziert. Die Ermittler werfen ihnen unter anderem unerlaubtes Betreten des Geländes vor.
Bei Ronin geht es aber noch weiter.
Dem YouTuber werden laut US-Medien mehrere Delikte zur Last gelegt. Neben Hausfriedensbruch stehen unter anderem Sachbeschädigung und weitere Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Eindringen in das Gebäude im Raum.
Besonders bitter: Ausgerechnet die Videos, mit denen die Creator Klicks sammeln wollten, sollen den Ermittlern bei der Identifizierung geholfen haben.
Für Ronin könnte die Aktion ernste Konsequenzen haben.
Sollte er in allen Punkten schuldig gesprochen und jeweils mit der möglichen Höchststrafe belegt werden, könnten sich die Strafen laut "Dexerto" theoretisch auf bis zu sechs Jahre Haft summieren. Dazu könnten Geldstrafen kommen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass der YouTuber tatsächlich sechs Jahre ins Gefängnis muss. Es handelt sich um die rechnerisch mögliche Höchststrafe aus den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Wie das Verfahren ausgeht, ist offen.
Ronin entschied sich jedenfalls dazu, nicht auf seine Festnahme zu warten.
Nachdem der Haftbefehl öffentlich geworden war, stellte sich der Creator selbst bei der Polizei.
Und Ronin ist nicht der einzige Creator, dem die Tour zum Verhängnis werden könnte.
Auch gegen andere Beteiligte wurden Maßnahmen eingeleitet. Nach einem weiteren YouTuber wird laut den Behörden noch gesucht. Die Polizei veröffentlichte dafür sogar Informationen, um ihn ausfindig zu machen.
Für die Urban-Exploration-Szene ist der Fall eine deutliche Warnung.
Verlassene Gebäude wirken zwar oft herrenlos, befinden sich aber in der Regel weiterhin in Privatbesitz. Ohne Erlaubnis einzudringen, kann deshalb strafrechtliche Konsequenzen haben.
Ronin könnte das nun auf besonders harte Weise erfahren.