"Heute" hat bereits im Herbst berichtet: Ob Landesspitze der Exekutive, einfacher Beamter auf Streife oder Innendienstler – sie alle bekamen bisher eine Sonderzahlung. Die Summe: 125 Euro, eine kleine Anerkennung zu den Feiertagen, die viele Polizisten im Dienst verbringen.
Doch mit der Prämie ist vorerst Schluss. Geht es nach dem Ministerium, das ordentlich sparen muss, gibt es sie heuer und kommendes Jahr nicht.
Die Arbeitnehmervertreter steigen jetzt auf die Barrikaden: Karner seien "viele böse", erklärt Johannes Floß, Landesvorsitzender der VP-nahen Polizeigewerkschaft FCG, in den "OÖN". Die Prämie sei zwar auf dem Papier nicht viel gewesen, aber ein Zeichen der Wertschätzung.
Besonders hart treffe es die Beamten in der Verwaltung, so Floß. Es werde nur jede dritte Stelle nachbesetzt. Dadurch dürften die Kollegen mehr arbeiten, die Weihnachtsbelohnung werde ihnen aber gestrichen. "Das hat mit Wertschätzung nichts mehr zu tun."
Das Innenministerium zur Kritik: Die Bundespolizei setze auf eine klare Leistungsorientierung. Wer überdurchschnittliches Engagement zeige und Verantwortung übernehme, solle dafür gezielt belohnt werden. Eine pauschale Jahresprämie nach dem "Gießkannenprinzip" sei dafür wenig treffsicher gewesen.
Auch das neue Dienstzeitensystem sorgt für Ärger: Gekürzte Überstunden und Personalengpässe lassen den Gewerkschafter an der praktischen Umsetzung zweifeln. Das geplante Modell sieht maximal 13 Stunden am Stück vor. Es soll flexibler und familienfreundlicher sein.
"Das hört sich alles gut an, aber wenn ich mit einem Kollegen im Außendienst bin, kann ich nicht sagen, jetzt gehe ich heim und in drei Stunden komme ich wieder", sagt Floß. Es gehöre etwas gemacht. "Aber wenn das neue System so wie derzeit geplant eingeführt wird, dann demonstrieren wir vor dem BMI."
Angesichts der Kritik verweist das Ministerium auf eine Info-Veranstaltung: Am 9. Jänner sollen den Leitern aller OÖ-Polizeiinspektionen die vorgesehenen Details erläutert werden.