In der sächsischen Stadt Aue-Bad Schlema (D) hat die CDU die Oberbürgermeisterwahl für sich entschieden. Der Kandidat der rechtsextremistischen Freien Sachsen verpasste im zweiten Wahlgang den Einzug ins Rathaus.
Wie die offiziellen Ergebnisse zeigen, setzte sich CDU-Kandidat Marcus Hoffmann am Sonntag mit 5.007 Stimmen gegen Stefan Hartung von den Freien Sachsen durch. Hartung erhielt 4.499 Stimmen.
Der unterlegene Kandidat ist stellvertretender Vorsitzender der Freien Sachsen und war früher Funktionär der NPD. Die Partei wurde 2023 in Die Heimat umbenannt. Für Die Heimat sitzt der 37-Jährige im Ortschaftsrat des Kurorts Bad Schlema. Zudem gehört der IT-Unternehmer für die Freien Sachsen dem Kreistag des Erzgebirgskreises sowie dem Stadtrat von Aue-Bad Schlema an.
Die Entscheidung fiel erst im zweiten Wahlgang. Bei der ersten Abstimmung vor vier Wochen hatte Hartung noch die meisten Stimmen erhalten, allerdings die notwendige absolute Mehrheit verfehlt. Auch Hoffmann blieb unter dieser Marke, weshalb eine Stichwahl erforderlich wurde.
Die drei weiteren Bewerber von AfD, Linkspartei und einer Freien Wählervereinigung, die im ersten Durchgang hinter den beiden Bestplatzierten gelegen waren, traten im zweiten Wahlgang nicht mehr an.
Der bisherige Oberbürgermeister Heinrich Kohl von der CDU hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Er war seit 1999 Bürgermeister der Stadt Aue und nach der Fusion von Aue und Bad Schlema vor sieben Jahren Oberbürgermeister der gemeinsamen Stadt. Aue-Bad Schlema zählt rund 19.000 Einwohner.
Das Erzgebirge gilt neben Chemnitz als eine Schwerpunktregion der Freien Sachsen. Die Partei wird vom sächsischen Verfassungsschutz als verfassungsfeindliche Bestrebung eingestuft. Nach Angaben der Behörde vernetzen sich dort Neonazis, Rechtsextremisten und auch Nichtextremisten unterschiedlicher politischer Ausrichtungen.
Der Verfassungsschutz sieht die Aktivitäten der Partei gegen den Bestand der Bundesrepublik gerichtet. Die Freien Sachsen geben an, rund 1.200 Mitglieder zu haben. Laut Parteiprogramm streben sie mehr Autonomie für Sachsen an, notfalls bis zum "Säxit". Zudem wirft die Behörde der Partei vor, Flüchtlinge pauschal als kriminell darzustellen, gegen demokratisch legitimierte Politiker zu agitieren und auch Proteste gegen steigende Energie- und Lebenshaltungskosten zu mobilisieren.