"Winter wird zum Friedhof"

Warum Elektroautos jetzt dauernd liegen bleiben

E-Autos gelten als klimafreundliche Alternative zu Benzinern und Diesel-Fahrzeugen. Doch gerade bei niedrigen Temperaturen zeigen sich ihre Grenzen.
Heute Life
16.01.2026, 19:02
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Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt prägen weiterhin weite Teile Österreichs. Während der Winter vielerorts für verschneite Straßen und glatte Gehsteige sorgt, stellt die Kälte auch moderne Technik auf die Probe. Besonders bei Elektroautos zeigt sich in diesen Tagen, wie stark niedrige Temperaturen Reichweite, Ladeverhalten und Energieverbrauch beeinflussen.

Wenn die Temperaturen auf bis zu minus 10 Grad Celsius fallen, können E-Autos laut ÖAMTC tatsächlich um rund 30 Prozent ihrer Reichweite verlieren – womit viele Fahrer offenbar nicht rechnen. Die Folge zeigen Instagram-Videos: "Winter wird gerade zum Friedhof für Elektroautos", schreibt etwa der deutsche Influenzer Philipp Lion zu einem Clip, der einen liegen geblieben Wagen, nach dem anderen auf einer verschneiten Autobahn zeigt.

Warum sinkt die Reichweite im Winter?

Der Kern des Problems liegt im Batteriesystem. Die Lithium-Ionen-Akkus, die heute in den meisten E-Autos verbaut sind, funktionieren am besten bei Zimmertemperatur. Sinkt die Temperatur, verlangsamen sich die chemischen Prozesse im Akku. Die Folge: Die Batterie kann weniger Energie speichern und ausgeben.

Zudem benötigen E-Autos im Winter zusätzliche Energie für Wärmesysteme: Innenraumheizung, Sitz- und Scheibenheizung sowie die Erwärmung der Batterie selbst belasten den Akku zusätzlich. Im Gegensatz zu Verbrennungsmotoren, die Abwärme aus dem Motor nutzen können, bezieht ein Elektroauto diese Energie direkt aus dem Energiespeicher.

Laden in der Kälte

Auch die Ladezeiten verlängern sich im Winter. Kalte Batterien akzeptieren Strom langsamer, da sie erst auf Betriebstemperatur gebracht werden müssen – besonders bei Schnelllade-Stationen kann das den Vorgang verzögern.

Allerdings sind viel neuere E-Autos mittlerweile mit Batterie-Thermomanagement und Wärmepumpen ausgestattet, die der Kälte entgegenwirken. Wärmepumpen nutzen vorhandene Wärmeenergie effizienter und reduzieren den zusätzlichen Strombedarf fürs Heizen – das kann den Verlust der Reichweite um mehrere Prozentpunkte verringern.

Damit Elektroauto-Fahrer auch bei Minusgraden mobil bleiben, empfehlen Experten:

  • Vorwärmen beim Laden nutzen – das schont die Batterie und verlängert die Reichweite.
  • Garagen- oder überdachtes Parken hilft, den Akku vor extremer Kälte zu schützen.
  • Heizleistung gezielt einsetzen: Sitzheizungen sind oft effizienter als maximale Innenraumheizung.
  • Ladeplanung anpassen: Bei winterlichen Bedingungen lieber mit größerem Puffer und öfterem Laden planen.

Zudem ermöglichen Funktionen wie Preconditioning – also das Vorwärmen von Batterie und Innenraum während das Auto noch am Ladegerät hängt – einen spürbar besseren Start in den Wintertag.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 16.01.2026, 19:59, 16.01.2026, 19:02
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