Eine Gruppe Münchner Forscher entdeckten ein bemerkenswertes Attribut an Regenwald-Weberknechten. Diese kleinen Krabbeltiere lassen nämlich ihre Bemusterung am Rücken leuchten, um offenbar von den Mädels gut erkannt zu werden.
Bei Tageslicht wirken die Muster auf den Tieren weiß, doch bei schwachem Licht leuchten sie blau-grün. Das haben die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns (SNSB) bekanntgegeben. Diese neuen Erkenntnisse sind unlängst in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" veröffentlicht worden.
Das Forschungsteam rund um SNSB-Experten Stefan Friedrich vermutet, dass das Muster und das Leuchten eine bestimmte Aufgabe erfüllen: Die spinnenartigen Tiere könnten damit ihre Artgenossen erkennen – auch in der Nacht und in der Dämmerung, wenn Weberknechte besonders aktiv sind. Für die Paarung ist es wichtig, dass die Partner sicher als Angehörige der gleichen Art erkannt werden.
Biofluoreszenz
Die sogenannte Fluoreszenz beschreibt den Vorgang, wenn bestimmt Stoffe UV- oder Blaulicht absorbieren und in anderen Farben (meist grün oder rot) wieder abgeben.
Man kennt dies hauptsächlich von Korallen oder bestimmten Fischen, aber auch das Schnabeltier oder das Flughörnchen kann leuchten.
Das Leuchten, das man bei diesen Tieren beobachten kann, nennt sich Biofluoreszenz. Laut SNSB ist dieses Phänomen im Tierreich weit verbreitet. Wofür es genau dient, ist aber oft noch ein Rätsel.