Klare Mehrheit

Wegen Israel – nächstes Land vor ESC-Rückzug

Der ESC 2027 könnte einen weiteren Teilnehmer verlieren. In Island spricht sich eine deutliche Mehrheit der Verantwortlichen für einen Boykott aus.
Heute Entertainment
08.10.2026, 15:34
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Die Diskussion um Israel beim Eurovision Song Contest nimmt kein Ende. Nachdem bereits mehrere Länder den Wettbewerb 2026 in Wien boykottiert hatten, droht nun auch für die kommende Ausgabe in Bulgarien die nächste Absage.

Im Mittelpunkt steht diesmal Island. Beim öffentlich-rechtlichen Sender RÚV haben sich sechs von neun Verwaltungsratsmitgliedern dafür ausgesprochen, den Boykott auch 2027 fortzusetzen. Die Forderung ist eindeutig: Solange Israel am Eurovision Song Contest teilnehmen darf, soll Island zu Hause bleiben.

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Sechs Mitglieder wollen nicht antreten

Bei einer Sitzung am 30. September forderte die Mehrheit des Verwaltungsrats die Senderführung auf, die Europäische Rundfunkunion (EBU) über diese Haltung zu informieren. Gleichzeitig wurde die bereits im November 2025 erhobene Forderung nach einem Ausschluss Israels erneuert.

Verwaltungsratsvorsitzender Stefán Jón Hafstein erklärte gegenüber RÚV, dass sich an der Situation aus Sicht der Mehrheit nichts geändert habe. Die EBU habe die Forderung nach einem Ausschluss Israels bislang nicht inhaltlich aufgegriffen.

Ganz einig ist man sich in Island allerdings nicht. Drei Verwaltungsratsmitglieder widersprachen der Empfehlung ausdrücklich. Sie argumentieren, dass der Verwaltungsrat keine politischen Entscheidungen treffen sollte. Außerdem verweisen sie darauf, dass der Eurovision Song Contest Menschen durch Musik verbinden soll.

Entscheidung steht noch aus

Ein endgültiger Rückzug ist damit allerdings noch nicht beschlossen. Die Entscheidung über die Teilnahme liegt bei der Geschäftsführung des Senders.

RÚV-Generaldirektor Stefán Eiríksson bestätigte, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Die politische Haltung der Verwaltungsratsmehrheit sei jedoch eindeutig.

Besonders brisant: Island hatte bereits 2026 gemeinsam mit Spanien, Irland, Slowenien und den Niederlanden auf eine Teilnahme in Wien verzichtet. Während die Niederlande für 2027 inzwischen überraschend ihre Rückkehr angekündigt haben, könnte Island beim Boykott bleiben.

Für die isländischen ESC-Fans wäre das bitter. Das Land wartet seit seinem Debüt 1986 auf den ersten Sieg. Zweimal reichte es immerhin für Platz zwei: 1999 mit Selma und 2009 mit Yohanna.

Ob Island am 11., 13. und 15. Mai 2027 in Burgas wieder mitmischt, bleibt vorerst offen. Die Chancen auf eine Rückkehr erscheinen angesichts der klaren Haltung des Verwaltungsrats allerdings gering.

red,08.10.2026, 15:34
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