Der Europa-Tag sollte ein Freudenfest in Wien werden – mit Pop, Politik und einem großen EU-Rave. Doch beim Auftritt der Politikgrößen aus Stadt und Bund kam es zum Eklat. Während eines Interviews wurde Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) durch Zurufe und Trillerpfeifen einer kleinen aber besonders lauten Gruppe Demonstranten ständig in seinen Antworten unterbrochen bzw übertönt. Der Protest richtete sich gegen die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest und bezeichnete die Bundesregierung als mitschuldig am "Genozid im Gazastreifen".
Der Wiener Bürgermeister ignorierte daraufhin die Frage der Moderatorin und wandte sich direkt an die Pro-Palästina-Protestler. Diese seien der Grund, warum es beim anstehenden Eurovision Song Contest so strenge Sicherheitsvorkehrungen benötige, ärgerte er sich sichtlich aufgelöst über die Störenfriede.
"Das soll ein Event der Begegnung sein, und leider werden wir große Sicherheitsmaßnahmen brauchen. Wegen Menschen wie Ihnen zum Beispiel. Das wird große Kosten verursachen, aber wir werden trotzdem ein Fest des Miteinanders durchführen. Das kann ich Ihnen versprechen. Und wir werden alle Sicherheitsvorkehrungen treffen, dass alle Künstlerinnen und Künstler auftreten können hier in Wien. Wir lassen uns hier nicht wegterrorisieren!", tobte der Stadtchef auf der Bühne. Ein Video von Puls24 zeigt den Vorfall.
Die Pfeifenden würden sich mit ihrem Verhalten selbst nichts Gutes tun, konstatierte Ludwig im Anschluss: "Sie haben heute hier keine neuen Sympathisanten gefunden. Denn wir sind in Europa traditionell der Toleranz verpflichtet. Da hört man sich wechselseitig zu. Das ist ein Grundprinzip der Toleranz", wetterte Ludwig und rutschte emotional in den Dialekt ab. "Und des wos sie moch'n, hat mit Toleranz nix zu tun. Ich werde mich immer dafür einsetzen, dass Menschen hier heute aussprechen können und nicht niedergepfiffen werden. DAS IST NICHT UNSER WIEN!"
Auch Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, die während alledem ebenfalls auf der Bühne stand, äußerte sich im Nachgang mit scharfen Worten über den Zwischenfall: "Es ist schade, dass heute diese Veranstaltung im Zeichen von Vielfalt und europäischer Gemeinschaft gestört wurde." Sie habe "jedes Verständnis" für politische Äußerungen, "aber so hat das keinen Sinn".
"Sich einfach nur niederzubrüllen oder mit Trillerpfeifen [zu stören ...] das kann ich nicht nachvollziehen. Das finde ich ein bisschen schade", erklärt die NEOS-Chefin. Sie appelliert an alle:
Der Eurovision Song Contest sei ein Fest der Liebe, Vielfalt und Toleranz "und das sollten wir als Wien auch gemeinsam zeigen", so Meinl-Reisinger.